Bewerbung & Interview

Wie lese ich eigentlich… – Teil 2: Der Lebenslauf

guter Lebenslauf, Quelle: I-vista/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

Wie ich ans Lesen einer Bewerbung herangehe, habe ich Euch schon erzählt. Beim Lebenslauf ist das etwas anders. Hier geht es ja grundsätzlich erst einmal darum, das eigene Leben so ausführlich aber prägnant wie möglich in Fakten darzustellen. Aber wie macht man das am besten? Eine allgemeingültige Antwort gibt es wie immer nicht. Ich erzähle Euch jetzt aber mal, worauf ich im Besonderen achte:

Zuerst einmal schaue ich auf den Namen und die persönlichen Angaben. Die sind am Seitenanfang zu finden und da fällt mein Blick zuerst hin, außer der Bewerber hat ein Foto eingefügt. Dann kann ich machen, was ich will, ich schaue zuerst aufs Bild (und das sage ich hier völlig ohne Wertung). Grundsätzlich hat sich der Lebenslauf auch in Deutschland sehr an den amerikanischen Stil angepasst. Das heißt, dass die meisten Bewerber ihren Lebenslauf umgekehrt chronologisch schreiben. Das ist für mich mittlerweile auch der zum Lesen beste Stil. Bewirbt sich jemand auf einen festen Job und hat schon Berufserfahrung, finde ich es besonders gut, wenn er mit dem letzten Job beginnt und sich dann rückwärts an den Stationen orientiert. Für mich ist es in solch einem Fall schon sehr wichtig, was der Kandidat als letztes gemacht hat. Bewirbt sich jemand mit vielen beruflichen Stationen und einer langen Karriere, dann interessiert es mich nicht als erstes, wo derjenige auf der Schule war oder ob er Abitur und vorher Realschule gemacht hat.Bei Berufsanfängern ist das wieder etwas anders, dennoch finde ich es immer besser, wenn man passend zur Stelle mit dem Beruflichen anfängt. Und auch Berufseinsteiger haben ja Praktika oder Nebenjobs gemacht und können diese (wenn sie passen und bestimmtes Gelerntes aufzeigen) angeben.

Habe ich den Lebenslauf durch, gleiche ich die Daten ab. Das heißt, ich schaue, ob es Lücken gibt und notiere mir dazu Fragen oder Anmerkungen. Auch interessieren mich persönlich solche Dinge wie Auslandsaufenthalte, Interessen oder Sprachkenntnisse (im IT-Bereich natürlich auch Programmier- und Skriptsprachen). Wichtig für mich ist aber, wie auch bei der gesamten Bewerbung, dass das Dokument übersichtlich ist, alles darlegt, was wichtig ist und der Leser schnell erkennt, was die Person ausmacht. Jedoch lassen wir hier im Büro beim Lesen von Lebensläufen auch immer Vorsicht walten. Denn der Lebenslauf ist hauptsächlich ein „Faktendokument“ und sagt wenig über die Beweggründe des Kandidaten aus. Das wird und sollte auch im Telefonat oder dann im Vorstellungsgespräch geklärt werden.

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2 Kommentare

  • Ratet Ihr auch dazu, den Lebenslauf mit den aktuellsten Stationen anzufangen, wenn der Bewerber gerade arbeitslos ist?

    Gruß, Bärbel

    • Hallo Bärbel,
      man muss den Lebenslauf natürlich nicht umgekehrt chronologisch schreiben. Fühlst Du Dich nicht wohl, wenn als erstes da steht, dass Du arbeitssuchend bist, dann schreib ihn chronologisch. Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn das direkt oben steht. Daran erkennt man dann sofort, dass der Kandidat höchstwahrscheinlich sehr schnell verfügbar ist. Es kommt natürlich ein bisschen auf darauf an, wie lange die Arbeitslosigkeit schon dauert. Bei ein paar Monaten ist das i.d.R. nicht so tragisch, handelt es sich um mehrere Jahre, wird man sich eine Frage nach dem WARUM gefallen lassen müssen, egal ob der CV chronologisch oder umgekehrt chronologisch geschrieben ist.

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