Bewerbung & Interview

Geheimcode im Arbeitszeugnis – Die Zweite

Arbeitszeugnis, Quelle: RainerSturm/pixelio.de
Geschrieben von Lisa

In meinem letzten Blogartikel habe ich euch über den Unterschied zwischen dem einfachen und dem qualifizierten Arbeitszeugnis sowie die Leistungsbeurteilung berichtet.  Da die Kenntnisse über die Leistungsbeurteilung allein nicht ausreichen, um ein Arbeitszeugnis zu bewerten, möchte ich euch in diesem Artikel die Verhaltensbeurteilung vorstellen.

Arbeitszeugnis Formulierungen

Neben der Leistungsbeurteilung ist die Verhaltensbeurteilung ein elementarer und unverzichtbarer Teil von Arbeitszeugnissen. Nachfolgend seht ihr eine Auflistung, die euch dabei helfen soll, euer Verhalten zu bewerten.

Sehr gut

  • „… Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei / vorbildlich / mustergültig / lobenswert / sehr gut.“
  • „… Auftreten ist jederzeit geprägt von ihrer/seiner zuvorkommenden, hilfsbereiten und kontaktfreudigen Art.“
  • „… wurde von Vorgesetzten und Kollegen als fleißiger und freundlicher Mitarbeiter sehr geschätzt.“

Gut

  • „… Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war jederzeit einwandfrei / vorbildlich / mustergültig / lobenswert / sehr gut.“
  • „…Auftreten ist geprägt von ihrer/seiner zuvorkommenden, hilfsbereiten und kontaktfreudigen Art.“
  • „… wurde von Vorgesetzten und Kollegen als fleißiger und freundlicher Mitarbeiter geschätzt.“

Befriedigend

  • „… Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei / vorbildlich.“
  • „… fügte sich gut in die Betriebsgemeinschaft ein.“
  • „…  Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets spannungsfrei.“

Ausreichend

  • „…Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war korrekt.“
  • „… Verhalten gab zu Beanstandungen keinen Anlass.“
  • „…Führung war stets tadellos. Gegenüber Kollegen verhielt er sich immer korrekt.“

Mangelhaft / Ungenügend

  • „… Führung gab uns selten Anlass zu Beanstandungen.“
  • „…Verhalten gegenüber Vorgesetzten war unbelastet.“
  • „…war stets um ein taktvolles Verhalten bemüht.“

Wie ihr seht, unterscheiden sich die Formulierungen gar nicht so sehr, sagen aber dennoch etwas ganz Unterschiedliches aus. Auch für Arbeitgeber dürfte diese Auflistung interessant sein. Denn oftmals möchte der Chef dem Mitarbeiter ein sehr gutes Zeugnis ausstellen, ist aber nicht ganz so versiert im Umgang mit den Textbausteinen eines Arbeitszeugnisses und schreibt deshalb ein eher Schlechtes.

Mein nächster und gleichzeitig letzter Blogartikel zum Arbeitszeugnis wird sich mit den Kernkompetenzen beschäftigen. Denn diese sind mindestens genauso wichtig im Arbeitszeugnis, wie die Leistungs- und Verhaltensbeurteilung.

Über den Autor

Lisa

Lisa war von Anfang 2014 bis Herbst 2015 BA-Studentin bei uns. Sie hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personalwirtschaft/Personaldienstleistungen studiert und erprobte ihr theoretisches Wissen bei uns in der Praxis. Noch am Beginn des Berufslebens, berichtete Lisa über Erfahrungen aus dem Unialltag sowie die Herausforderungen bei der Arbeit in einer Personalagentur und zeigte uns dabei ihre Sicht eines Berufsanfängers.

1 Kommentar

  • Auch Zeugnissprache ändert sich und vormals sehr gute Wertungen verlieren an Aussagekraft: Die Formulierung „Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war (stets) einwandfrei“ hat in den letzten Jahren in den Standardwerken der Zeugnisschreibung (z.B. „Arbeitszeugnisse in Textbausteinen“, Prof. Arnulf Weuster/Brigitte Scheer, Boorberg Verlag, 11. Auflage) eine Herabstufung um eine Note erfahren. Zuvor galt „Das Verhalten war stets einwandfrei“ als typische Floskel für eine zusammenfassende Verhaltensbewertung mit der Note 1 (jetzt: Note 2) und „Das Verhalten war einwandfrei“ (ohne „stets“) stand für die Note 2 (jetzt: Note 3). Um also die Note 1 beim Verhalten eindeutig zu vergeben, sollte die Formulierung lauten: „Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich.“

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