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Wer „ähm“ sagt will auch „B“ sagen

Fuellwoerter_Sprechblase
Geschrieben von Susan

…von der Verwendung von Füllwörtern und deren Vermeidung

Das wohl am häufigsten verwendete Wort der Deutschen ist „ähm“, oftmals auch „äh“ oder „öhm“. Eine Bedeutung haben diese sogenannten Verzögerungslaute (Hesitationen) nicht. Doch jeder nutzt sie. Auch in anderen Sprachen existieren äquivalente Laute. Im Französischen ist es das „euh“ im Englischen das „uh“ oder oftmals das eingestreute „well“ oder „so“.

In den Augen der meisten, wird dies als Rhetorik Schwäche bewertet. Doch das ist nicht immer der Fall. Wenn du ebenfalls zu den „ähm“-Sagern gehörst oder andere Füllwörter sehr häufig verwendest, bekommst du in diesem Artikel ein paar Tipps & Tricks mit auf dem Weg, wie du das „ähm“-sagen vermeiden oder zumindest reduzieren kannst.

Die gute Nachricht zuerst, in der Regel wird die Verwendung von Füllwörtern nicht als störend empfunden. Es ist lediglich eine akustische Überbrückung von Pausen. Schwierig wird es erst dann, wenn der Rest nicht stimmt. Wenn deine Körpersprache, deine Ausstrahlung und deine Rhetorik für den Zuhörer nicht interessant rüberkommt.

Füllwörter als Sprachmarotte – Warum benutzen wir diese überhaupt?

Mit einem „ähh“ möchte dein Gehirn signalisieren, dass du noch etwas sagen möchtest, du jedoch noch nicht so weit bist. Die Verwendung von Füllwörtern ist eine Verzögerungstaktik des Gehirns. Das Gehirn schindet damit Zeit, die es benötigt, um das Sprechen vorzubereiten und die richtigen Worte in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Das Füllwort ist demnach eine Art Formulierungsbrücke.

Ursachen und was du dagegen tun kannst

Es gibt verschiedene Ursachen, welche der häufigen Verwendung von „ähm“ zu Grunde liegen.

Ich empfehle dir verstärkt darauf zu achten, in welchen Situationen du zum „ähm“-Sager wirst. Denn kennst du erst einmal die Ursache, kannst du an dir arbeiten.

Häufigste Ursache – die Nervosität

In der alltäglichen Kommunikation, redest du flüssig und sicher. Doch sobald du in einem Vorstellungsgespräch sitzt oder vor einer Gruppe sprichst, neigst du zur Verwendung von Füllwörtern.

Hier wäre es von Vorteil, wenn du deine Nervosität durch Entspannungsübungen herunterfährst. Beispielsweise hilft hier tiefes Ein- und Ausatmen, kurzes Augenschließen oder gar die Verwendung von Affirmationen (z.B.: Ich bin ruhig, gelassen und entspannt).

 

Ein weiterer Grund – mangelnde Vorbereitung

Mangelnde Vorbereitung (auch im Hinblick auf Vorstellungsgespräche), führt oftmals zu Nervosität oder dazu, dass du nicht weißt was du sagen sollst. Wieder schaltet sich dein Gehirn ein und füllt die Lücken mit einem oder gar mehreren Füllwörtern deiner Wahl.

Das Sprichwort „Erst denken, dann reden“ beschreibt ziemlich genau, was du tun kannst. Überlege dir was du sagen möchtest und wie du es sagen möchtest. Wichtig ist auch, es dabei zu belassen und nicht während dem Sprechen noch weitere Informationen spontan hinzufügen zu wollen.

Gerade (Selbst-)Präsentationen solltest du mehrmals üben. Somit ist das Gehirn bereits trainiert und es fällt dir leichter im Falle eines Abschweifens den benannten roten Faden wieder aufzunehmen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, das was du denkst auszusprechen. Wenn du deinen Gedanken verloren hast und dich kurz sammeln möchtest, kannst du dies aussprechen. Beispielsweise „Ich muss mich kurz sammeln.“

Zu schnelles Reden – das Gehirn braucht mehr Zeit

Du redest so schnell, dass dein Gehirn nicht nachkommt. Somit versucht dein Gehirn Zeit zu gewinnen und es kommt zur vermehrten Einschiebung von Füllwörtern, um die Denkpausen des Gehirns akustisch zu füllen.

Wenn du weißt, dass du ein Schnellredner bist oder während des Gesprächs merkst, dass deine Redegeschwindigkeit zunimmt, empfiehlt es sich aktiv langsam zu sprechen und kurze Sätze zu formulieren. Weiterhin kannst du gezielt Pausen einsetzen und gibst damit sowohl deinen Zuhörern als auch dir selbst Zeit zum Nachdenken.

„Ähm“ als antrainierte Sprachmarotte

Eine weitere Ursache für die häufige Verwendung von Füllwörtern ist schlichtweg die Gewohnheit. Über die Jahre hast du mit diversen Füllwörtern Freundschaft geschlossen und dir die Verwendung antrainiert.

Das Gute hierbei ist: Antrainiertes kannst du dir wieder abtrainieren. Auch hierzu gilt wieder ein Sprichwort: Übung macht den Meister. Versuche aktiv auf die Verwendung von Füllwörtern zu achten und versuche diese bewusst zu vermeiden oder durch das Einlegen von kleinen Gesprächspausen zu ersetzen.

Fazit: Nach Worten ringen ist menschlich.

Nicht jedem „äh“ liegt eine Sprachstörung zu Grunde.

Ein „ähm“ wird nur dann als störend empfunden, wenn die inhaltliche Darbietung zu wünschen übrig lässt. Habe Mut zur Pause. Je weniger du hetzt und je entspannter du sprichst, desto weniger Füllwörter wirst du verwenden. Nicht immer ist es notwendig ganz und gar auf Füllwörter zu verzichten, denn solch kleine Marotten können auch charmant wirken und deine Persönlichkeit unterstreichen.

Über den Autor

Susan