(Neue) Arbeitswelt

12. K&K Personalkongress – Teilnehmerbericht

personalkongress, Quelle: Claudia Fuhrmann/towerconsult.de/bewerberblog
Geschrieben von Claudia Fuhrmann

Am 02.11.2016 hat die Firma K&K bereits zum zwölften Mal zu ihrem Personalkongress nach Weimar eingeladen. Schwerpunktthema in diesem Jahr war die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf den Personalbereich. Der Geschäftsführer Herr Fahrig stellte gleich in seiner Eröffnung Fragen wie „Bleiben Personaler konservativ? Springen wir gleich auf 5.0 oder gar 6.0?“

Digitalisierung = eine disruptive Entwicklung, die alles verändern wird

Diese Fragen nahm Ingo Stoll (von der neuwaerts GmbH in Hannover) in seinem Vortrag „Motor oder Bremse“  auf und ging auf die zukünftige Rolle der Personaler in dieser Entwicklung ein. Er stellte klar heraus, dass das Thema digitale Transformation immer in Verbindung mit einer Angstdebatte geführt wird. Es besteht die Angst, dass Roboter bald unsere Arbeit übernehmen. Bereits heute werden 22 % der Arbeit eines Personalreferenten durch Maschinen erledigt, bei Geschäftsführern sind es bereits 27 %. Dadurch geht die eigentliche Information dieser rasanten Entwicklung verloren: Denn die digitale Transformation ist eine Chance auf Veränderung, bei der es nicht in erster Linie um die Technologien geht, sondern um die Menschen, die mitgenommen werden müssen. Es geht nicht mehr darum, etwas zu bewahren, sondern vielmehr gilt es, Organisationsstrukturen aufzubrechen.

Digitale Kompetenzen – auch für Personaler

Defizite digitaler Kompetenzen zeigen sich in den Bereichen Marketing, Geschäftsführung und vor allem im Personal. Die Frage nach dem Grundführte zur  Erkenntnis, dass der Personalbereich aktuell wenige Möglichkeiten hat, seine Arbeitsabläufe anders zu strukturieren. Zugleich wurde bisher von HR-Verantwortlichen nicht erwartet, dass sie neue Ideen bringen und umsetzen. Aber was hält sie davon ab, fragte Ingo Stoll? Und er hat Recht. Personaler können in ihrer Position ausschlaggebend für die zukünftige Entwicklung sein, denn sie sind mit allen Arbeitnehmern im Unternehmen vernetzt. Und somit haben sie die Möglichkeiten, etwas zu verändern.

 

Digitalisierung und Personalprozesse

In diversen Workshops wurde das Thema Digitalisierung und Personalmanagement in verschiedenen Richtungen vertiefend diskutiert. Im Workshop „Unternehmenskultur und Kompetenzen – Wie Digitalisierung Personalprozesse verändert“ stellte sich erneut die Frage, nach den Veränderungen in der Personalarbeit in Zeiten der Transformation. Peter Keuchel – selbständiger Unternehmensberater – stellte klar heraus, dass wir ein neues Verständnis für die Art und Weise benötigen, wie wir Personalarbeit organisieren. Vor allem müssen wir die Veränderungen als Chance begreifen. Wir müssen uns aufgeschlossen zeigen gegenüber dem Neuen. Dafür bildet die Aneignung der digitalen Kompetenzen einen wesentlichen Bestandteil, d.h. Lern- und Veränderungsbereitschaft. Hierzu gehört auch der Umgang mit Unsicherheit. Der eigene Arbeitsplatz ist nicht immer gefährdet, sondern man muss sich veränderungsbereit zeigen. Die Sicherstellung der digitalen Kompetenzen ist der Job der HR-Abteilung. Nimmt sich HR dessen nicht an, wird es bald überflüssig, da die Administrations-Prozesse immer mehr automatisiert werden. Immer wichtiger wird also der Aufgabenwechsel sowie die Veränderung und nicht die Angst vor dem Jobverlust.

Wesentlich in diesem Veränderungsprozess und in diesen unsicheren Zeiten ist auch die Vorbildwirkung des Chefs. Denn auch der Chef ist Teil des Teams, welches Herausforderungen annimmt und bewältigt sowie Lösungen erarbeitet. Wenn er an den Erfolg glaubt und diesen ausstrahlt, trägt er so wesentlich zur Teammotivation bei und vermeidet gleichzeitig Frustration. Diese stellte auch Lars Vollmer von LINDIG Eisenach in seinem Vortrag klar heraus:

Menschen sind intrinsisch motiviert, sie brauchen Möglichmacher.

Fazit

In den gehörten Vorträgen bzw. Workshops brachten es alle Vortragenden auf den Punkt: Die HR-Verantwortlichen haben es in der Hand, Veränderungen herbeizuführen. Sie sind wie jeder andere Unternehmensbereich ebenfalls von der Technologisierung betroffen. Dabei geht es nicht in erster Linie um die technischen Veränderungen, sondern vielmehr um eine veränderte Denkweise, was Personalarbeit heute und morgen bedeutet. Nicht-Stereotype, Kreative werden als Mitarbeiter benötigt, die Innovationen mit tragen. Lebensläufe in denen sich Brüche finden sowie Auszeiten und mehrere Jobwechsel, treten heute bereits vermehrt auf. Doch sind es gerade diese Bewerber, die interessant für innovative Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung sind, denn sie haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, sich auf Neues einzustellen, Veränderungen zu erreichen und sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Bleibt zu hoffen, dass diese Einsichten viele HR-Verantwortliche erreicht haben und sich bereits in der Umsetzung befinden.

Über den Autor

Claudia Fuhrmann

Claudia verfügt über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Personalentwicklung und Weiterbildung, im Aufbau von Qualitätsmanagement-Systemen fokussiert auf die DIN EN ISO 9001 sowie in der Organisation und Abwicklung von IT-Projekten. Basierend auf ihrer vielfältigen Berufserfahrung berichtet sie zu Themen des Personalmanagements und die To Do`s zu diesem Bereich u.a. für Unternehmen.

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