Ratatouille

Kundenerziehung im Recruiting…

…ist eine heikle Sache, immerhin sind wir ja der Dienstleister und der Auftraggeber kann ja machen, was er will. Theoretisch. Andererseits kommen wir ja immer dann ins Spiel, wenn unsere Kunden ihre Stellen nicht selbst besetzen können, aus welchen Gründen auch immer.Und dann kommt es (leider sogar recht oft) vor, dass gute Bewerber durch den Kontakt beim Kunden abgeschreckt werden und dann natürlich woanders ihr Glück suchen. Die zwei häufigsten Fehler, die dann beim Kunden gemacht werden sind: Entweder viel zu lange Reaktionszeiten im Auswahlprozess oder ein unprofessionelles oder wahlweises unsympathisches Auftreten beim Vorstellungsgespräch. Beides spricht natürlich dann auch nicht für die Firma an sich, so dass die Entscheidung des Bewerbers dort nicht anzufangen, sogar ganz richtig sein kann. Andererseits finden die Auswahlprozesse ja in der Regel an einer anderen Stelle im Unternehmen statt als die an der der Bewerber arbeiten soll/will.

Macht also die Personalabteilung oder die Geschäftsführung Murks bei der Personalauswahl, werden die Stellen nicht besetzt – mit oder ohne externen Recruiter. Und dann ist es im Grunde unsere Aufgabe, zu „beraten“, was in der Regel vor allem bedeutet, Kritik zu äußern. Und dann wirds unangenehm. Für uns als Dienstleister und für den Kunden, der ja davon ausgeht, dass der Arbeitsmarkt, die Weltlage oder sonstwas Schuld ist am Fachkräftemangel. Verzwickt.

Eine perfekte Lösung  haben wir noch nicht gefunden. Ob und welche Kritik wir äußern, hängt dann vor allem von unserem Ansprechpartner ab; ist das Verhältnis offen und auf Augenhöhe, lässt sich eine Kritik leichter verpacken. Dem Typus überzeugt-cholerischer Geschäftsführer jedoch klarzumachen, dass er selbst die Ursache seines Fachkräftemangels ist, ist dagegen eher heikel. Da hilft dann nur tief durchatmen, Mut fassen und anrufen.

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