Ratatouille

Gerüchteküche – Personalarbeit kostet nix

Klar, am Ende des Tages sieht man bei einem Personaler selten, was er tatsächlich gemacht hat. Das ist anders als bei Handwerksberufen oder auch bei Softwareentwicklern und Physikern. Alle haben letztendlich etwas fertig gebaut: ein Werkstück, ein Programm oder eine Homepage, ein Experiment mit Forschungsergebnissen. Dieses Produkt wird dann verkauft und dafür gibt’s Geld.

Und bei Personalern? Was ist ihr Produkt, wofür sie Geld verlangen?

Viele denken, das was wir machen, sei kostenlos. Denn immerhin machen viele Unternehmen ihr Recruiting ja auch so nebenbei und das kostet nichts und trotzdem stellen sie gute Leute ein. Das stimmt nur halb. Denn auch dieses Recruiting kostet – nämlich Zeit. Und wenn man ernsthaft darüber nachdenkt und das Recruiting sogar professionell angeht, sogar eine ganze Menge Zeit:

Man muss sich als Unternehmer wie als Personaler Gedanken über die zu besetzende Stelle machen, eine Stellenbeschreibung erstellen, das Personalmarketing-Karussell in Bewegung setzen und viel wichtiger noch in Bewegung halten, Interviews führen und nicht zu vergessen die ganze Organisation drumherum: Rücksprache mit dem Kunden bzw. der Fachabteilung halten, Bewerberdaten verwalten, Absagen schreiben, Telefonate führen etc. etc. etc. Die Liste lässt sich noch um einige Punkte erweitern.

Das alles gibt es nicht „for free“. Wer keine Ahnung hat, wie viel Zeit dafür tatsächlich drauf geht, sollte sich mal die Mühe machen und die Stunden aufschreiben, die er für die Besetzung einer Stelle aufwenden muss. Wer sagt, dass er all den Humbug nicht braucht und seine Stellen auch mit weniger Aufwand besetzt, kann sich ja mal überlegen, wie viel Zeit vergeht, bis die freie Stelle tatsächlich mit einem fähigen Mann oder einer fähige Frau besetzt wurde. Die Zeit, in der die Stelle unbesetzt blieb oder fehlbesetzt wurde, ist übrigens auch nicht kostenlos – von den Folgen für die Kollegen mal ganz abgesehen, die die Mehrarbeit für den fehlenden Mitarbeiter mittragen müssen.

Es ist also durchaus einleuchtend, dass Personalarbeit wichtig ist und nicht kostenlos sein kann.

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