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Warum will denn niemand als SAP-Consultant arbeiten?

Quelle: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

sap consultant - StellenscrennshotIch versuche heute mal einen ungewöhnlichen Weg, eine SAP-Stelle bekannter zu machen. Ich bin ja nicht nur Blogger sondern auch Recruiter. Und in der Funktion als Recruiter möchte ich möglichst viele Bewerber mit neuen Jobs glücklich machen. Nun gibt es Stellen, die sind der absolute Renner und recht schnell besetzt. Und dann gibt es – sagen wir mal – Ladenhüter, auf die sich einfach nicht die passenden Kandidaten bewerben wollen. Dazu zählt zum Beispiel der SAP FI Consultant. Aber warum ist das denn so?

Die Anforderungen im SAP-Bereich sind nicht realistisch

SAP-BI-Erfahrungen, Kenntnisse in diversen SAP-Modulen und in der ABAP-Entwicklung, Java-Kenntnisse von Vorteil… Ich kann mich irren, aber die Anforderungen sind schon ganz schön hoch. Sind potenzielle Kandidaten deshalb vielleicht abgeschreckt? Wer sich im Wesentlichen von der Stelle angesprochen fühlt und glaubt, die Aufgaben zu beherrschen, der sollte eine Bewerbung wagen. Zu verlieren gibt es nicht viel. Klar man kann eine Absage kassieren, aber viel wichtiger ist, dass man sich über seine eigenen Zweifel hinwegsetzt. Der Personaler am anderen Ende des Postfachs hat vielleicht eine andere Meinung von der Bewerbung.

Es gibt nicht genügend hoch qualifizierte SAP BI Consultants

Leute, die auf dieses Stellenprofil passen, sind wahrscheinlich nicht so zahlreich gesät wie in anderen Berufen. Außerdem herrscht derzeit auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade ein Bewerberansturm. Das lässt vermuten, dass es eh nicht so viele Interessenten für solch eine SAP-Stelle gibt. Die Kandidaten, die die Anforderungen erfüllen und sich von den Aufgaben angesprochen fühlen, sind vermutlich selbst grad in der günstigen Lage, einen Job zu haben, der ihnen Spaß macht. Sich dann für einen Jobwechsel zu entscheiden, klingt irgendwie nicht gerade logisch.

Die Randbedingungen stimmen nicht

Unser Stellenangebot klingt nicht außergewöhnlich – weder im positiven noch im negativen Sinne. Als SAP BI Consultant ist man für gewöhnlich auswärts beim Kunden tätig. Reisetätigkeit und Flexibilität sind also zwingende Voraussetzungen für den Job. Das schreckt vielleicht einige ab, aber solche Anforderungen treffen auch auf andere Tätigkeiten zu und dennoch erreichen uns dort deutlich mehr Bewerbungen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Stelle für Thüringen und nicht für eine pulsierende Großstadtmetropole ausgeschrieben ist?

Was also tun?

Spontan fällt mir dazu ein: Leute, studiert doch SAP! Dann habt Ihr rosige Jobaussichten und die Unternehmen keine Probleme mehr, gut ausgebildete Leute zu finden. Was sagt Ihr dazu? Was bewegt Euch, wenn Ihr Euch auf eine Stelle bewerbt? Welche Kriterien sind Euch wichtig? Was schreckt Euch ab?

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20 Kommentare

  • Evtl. bekommt ihr ja zu wenig Bewerbungen, weil den Bewerbern Infos fehlen… statt „attraktive Vergütung“ könnte man doch konkrete Zahlen nennen. Das hat zumindest bei mir in der Vergangenheit immer ungemein die Motivation erhöht mich zu bewerben (und erspart euch auch die Bewerber, die mehr verdienen wollen).

    Viele Grüße
    morphium

  • Hallo Morphium,
    gutes Argument, über das wir auch schon oft nachgedacht haben. Allerdings birgt das die Gefahr, dass sich die Kandidaten zu sehr am Gehalt orientieren und alles andere vernachlässigen. Außerdem ist es bei den meisten unserer Kunden so, dass sie das Gehalt direkt mit dem Kandidaten verhandeln, da ja auch nicht alle Kandidaten über den gleichen Erfahrungshintergrund verfügen. Hälst du es für solch einen Fall für ratsam einen Gehaltsrahmen anzugeben – also für eine x-beliebige Stelle z.B.: 30.000 bis 40.000 Euro, abhängig vom Erfahrungsstand?

  • Ich bin selber gerade auf Jobsuche (Informatikabsolvent) und überrascht, wie viele Ausschreibungen es für SAP Consultant gibt. Dabei habe ich während meines Studiums nie etwas davon gehört (von Uniseite) und ehrlich gesagt auch keine richtige Vorstellung was hier gefragt ist. Wenn ich mir den Arbeitsmarkt aber anschaue kann ich nur beipflichten: Man sollte das eigentlich im CV haben!

  • Ich bewerbe mich auch gerade für „alles Mögliche“, und dabei sind mir vor allem wichtig:

    WO? Viele Firmen schreiben „diverse Standorte“ o.Ä., da ich aber zumindest als „Homebase“ schon eine bestimmte Vorstellung habe, hilft mir das nicht wirklich. Das ist bei der verlinkten Stelle ja klar, aber interessant wäre vllt. noch „Die meisten Kunden befinden sich im Gebiet xyz“, falls das sich etwas eingrenzen lässt.

    Und ganz wichtig für mich: Um welche Firma geht es? Ich bewerbe mich persönlich nicht auf Anzeigen, wo ich nicht weiß, WO ich mich eigentlich bewerbe. Stellt euch vor, ich arbeite bei Consultingfirma AA. Ich bin unzufrieden aus Grund XY und möchte wechseln, am Besten innerhalb der Branche. Nun sehe ich diese Stellenanzeige. Die Gefahr: Ohne es zu wissen, bewerbe ich mich erneut bei Consultingfirma AA. Was nun? Erfahren die das? Bekomme ich Probleme? Ich weiß nicht, welche Gründe die Firmen dafür haben, aber ich weiß gerne, mit wem ich es zu tun habe. Oder darf ich mich als Mr. ZZ mit einer anonymisierten Bewerbung an euch wenden? 😉

    WAS? Das ist häufig sehr global / ungenau formuliert. Ich möchte eine möglichst klare Vorstellung haben, was auf mich zukommt, und ob ich die relevanten Fähigkeiten habe. Oder alternativ, ob es strukturierte Trainingsprogramme gibt, die die Firma anbieten würde. Ich möchte mir auch den Arbeitsalltag vorstellen können nach Möglichkeit. Z.B. in der verlinkten Stellenanzeige „Reisebereitschaft“ vs. „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Klingt erstmal nicht unbedingt vereinbar, dazu hätte ich gerne mehr Infos. Mir ist auch klar, dass man nicht alles in die Anzeige schreiben kann, aber für mich sind solche Punkte wichtig.

    WIEVIEL? Gehalt ist ein sehr wichtiger Punkt. Nicht der wichtigste Punkt, aber ich bewerbe mich im Moment in England auf Stellen zwischen 25.000 und 36.000 Pfund Festgehalt. Alles unter 25.000 ist mit Lebensmittelpunkt London unmöglich aus meiner Sicht, und mehr hat mir noch keiner geboten haha. Ich finde aber im Zweifelsfall auch eine Spannbreite gut. Denn wenn ich keine Ahnung habe, „rate“ ich eher am unteren Ende. Das ist vielleicht „unfair“, aber ich denke dass Firmen, die angemessen / attraktiv zahlen auch keinen Grund haben, das nicht als „Werbung“ zu benutzen.

    Angaben wie 24.000-27.000 sagen mir hingegen, dass es vermutlich „schon passt“ und ich bewerbe mich. Dann gebe ich einer Stelle vielleicht nicht die Priorität im Kopf, die sie sonst hätte. Denn ganz ehrlich: Auch der tollste Job hilft mir nicht, wenn ich meine Miete nicht bezahlen kann (extrem gesagt). Also da würde ich ruhig offensiver werden, denn klar, es sollte nicht der wichtigste Punkt sein, aber als Bewerber fühle ich mich besser, wenn ich wenigstens ungefähr einschätzen kann, was auf mich zu kommt.

    Gerade bei Beraterstellen wäre für mich persönlich auch wichtig, dass ich mehr verdiene als auf Stellen, bei denen ich nicht ständig reisen muss. Die Freizeit, die man für den Job zwangsläufig aufgibt oder zumindest örtlich verlagert will entsprechend entlohnt sein. Ansonsten ist es für mich persönlich einfach nicht attraktiver als eine Stelle in einem Unternehmen, wo ich nach der Arbeit nach Hause gehe statt ins Hotel. Das muss natürlich nicht jeder so sehen…

    Nur weil diese Angaben fehlen bewerbe ich mich nicht zwangsläufig nicht, aber wenn mehrere „schwammig“ sind dann muss die Stelle inhaltlich schon fantastisch klingen, damit ich mich trotzdem bewerbe.

  • Mich kann es täuschen, aber ich sehe gerade bei SAP viele Stellen, wo wirklich tiefere SAP-Erfahrung benötigt wird. D.h. man muss erstmal schaffen da irgendwie reinzukommen. Wenn man dann da drin ist, hat man aber nach Hörensagen ausgesorgt. Auch ich habe im Studium nichts von SAP gehört. Allerdings sind vor allem bei SAP ja schon viele Fachbegriffe und Abkürzungen in der Positionsbeschreibung. Was ich nicht kenne, auf das bewerbe ich mich nicht. Und schon gar nicht bei großen bevorstehenden Investitionen in ein Produkt einer Firma, von dem ich noch nicht mal weiß, ob es mir gefällt.
    Zudem war ich gegen Ende meines Studiums auf der CeBIT bei den SAP-Ständen nach dem Motto „Hallo, fast fertige Fachkraft sucht neue Herausforderung, sieht aber nicht durch, welcher Bereich bei SAP passt“. Als ich dann nach einer dreiviertelstunde hin- und hergeschickt werden immer noch keinen gefunden hatte, der mir weiterhelfen konnte, habe ich den Fokus von SAP wieder abgewendet.

  • Ganz klar, nach meiner Erfahrung liegt das Problem bei der Besetzung solcher Stellen am „eher wenig attraktiven“ Standort. Gute SAP-Spezialisten haben eine riesige Auswahl an Angeboten und die allermeisten bevorzugen eben eine der typischen Großstädte, die in den Augen der meisten eine bessere Lebensqualität bieten. In diesem Fall bleibt nur ein besonders attraktives Gehalt oder einen weniger qualifizierten Kandidaten wählen und diesen selbst fortzubilden.

  • Es gibt solche, die doch sich trauen, sich für eine SAP Stelle zu bewerben. Sie haben das Zertifikat, leider nicht die Erfahrung. Es gibt solche Stellenausschreibungen für Junior SAP Consultants. Einzige Voraussetzung bei einer war: Studium der (Wirtschafts-) Informatik. Man bewirbt sich dort und leider bekommt man eine Absage. Wer kann die Welt verstehen?…

    Außerdem, wie kann jemand praktische Erfahrungen in SAP sammeln, wenn die Firmen nicht diese Chance den Kandidaten geben möchten…man ist mutig, nicht abgeschreckt, sich für SAP zu bewerben, aber ich würde eher sagen, es sind die Unternehmen selber nicht mutig, einen SAP-Newbie mit nur einem SAP-Zertifikat in der Hand zu nehmen…lohnt es sich etwa, da weiter zu kämpfen?

    Also, Daniela, zu Ihrer Frage „Warum will denn niemand als SAP-Consultant arbeiten?“ kann ich nur sagen, man will, aber die Firmen geben uns diese Chance nicht, weil sie selber nicht mutig sind, nicht riskieren wollen…sehr enttäuschend.

  • Es liegt wohl mit daran, dass Angebot und Nachfrage derzeit noch nicht ausgeglichen sind. Viele Firmen suchen nach SAP Spezialisten, aber nur verhältnismäßig wenige haben die entsprechenden Qualifikationen. Ich denke das ist ein Problem, das die Zeit selbst lösen wird. SAP ist sicher einer der Bereiche, die auch in Zukunft noch lange gefragt sein werden, und dementsprechend werden immer mehr junge Leute Interesse an diesem Beruf finden. Leider hilft das den suchenden Firmen in der aktuellen Situation nicht weiter, ich kann jedoch nur sagen: So unattraktiv sind die Jobangebote mit Sicherheit nicht, es fehlt nur einfach an den Fachkräften.

    • Nein, hier muss ich korrigieren! Die Fachkräfte sind vorhanden.
      1. Die suchenden Unternehmen sind nicht bereit das verlangte Geld zu zahlen. Somit versorgen sich viele SAP-Spezialisten derzeit lieber selber als Freelancer.
      2. Diese Personengruppe hat auch keine Lust in einen Job einzutreten, der schon von Anfang an langweilig klingt. Dann hätte ich auch Finanzbeamter werden können.

  • Hallo zusammen,

    ich kann auch nur bestätigen, was hier schon ein paar mal erwähnt wurde. Die Firmen suchen die „eierlegende Wollmilchsau“
    Ich habe 10 Jahre Berufserfahrung im Handel und Vertrieb. Dann ein BWL Studium in Abendform absolviert und eine SAP Beraterzertifizierung (SD/MM) über 4 Monate gemacht. Meine IT-Kenntnisse sind recht breit gefächert und ich würde sagen, dass es auch an so manchen relevante Softskills nicht mangelt.

    Trotzdem bekomme ich bisher nur Absagen auf Bewerbungen für Juniorstellen. Begründungen fehlen meist. Wenn ich dann mal nachfrage heißte es, mir fehle die Projekterfahrung, ABAB Kenntnisse, Datenbankenkenntnisse, und und und.
    Ähm… wie bitte? Gibt es irgend ein Studium der Welt, in dem man sich alle diese Kenntnisse für eine (Junior) Position aneignen kann?
    Ich sehe hier die Unternehmen in der Pflicht!! Investiert in den interessierten Nachwuch, sonst wird das wohl nix!

    Ich will als SAP Berater arbeiten. Bin motiviert und gut ausgebildet. Mehr kann ich nicht tun. Auf die nächsten 50 Bewerbungen!! (Auch wenn mir aufgefallen ist, das zig Headhunter oftmals die gleiche Stelle anpreisen)

  • Hallo zusammen,

    ich kann hier einigen absolut zustimmen:
    – Die Firmen suchen die eierlegende Woll-Milch-Sau, jung, billig und nicht älter als 40 Jahre!
    – ich selbst habe ein Zertifikat als SAP ABAP Entwickler und sehr viel Erfahrung in der IT
    – bekomme aber Absagen, weil ich keine Projekterfahrung habe
    – es gibt a ein Henne-Ei-Problem: Wie soll ich Projekterfahrung gewinnen, wenn die Auftraggeber mir kein Projekt zutrauen
    – wo kann man trotzdem Projekterfahrung gewinnen?
    – es mangelt an Kompetenz bei den Firmen beim Stellendesign: Es werden Schlagworte und Stichworte in die Bewerbung geknallt – von Kompetenzmanagement, Abstraktion der Stellenbeschreibung haben die meisten Personaler noch nie was gehört!
    – die Firmen sind zu unflexibel, klagen lieber bei jeder Gelegenheit über Fachkräftemangel!
    – ich denke SAP selbst ist das Problem sehr wohl bekannt. Man möchte aber die Eintrittsbarrieren hoch halten um die Preise hoch zu halten!

    Was meint Ihr dazu?

    Grüße
    Hubert

  • Dabei ist es schon verwunderlich, dass erfahrene SAP Experten über 40 scheinbar nicht gefragt sind. Deren mehrjährige Erfahrungen im SAP Bereich sind extrem wichtig und im Zusammenspiel mit jungen hungrigen Berufseinsteigern natürlich von hoher Bedeutsamkeit. Deshalb sind Personalvermittler wie hier bei Duerenhoff für Unternehmen nicht zu vernachlässigen, die SAP Jobs vermitteln und beratend zwischen Unternehmen und Bewerbern die Bedürfnisse beider Seiten kennen. Da wären natürlich Fragen zu stellen, ob der Bewerber in den Inhouse Bereich eher passt oder eher in den Konzern. Soll er operativ tätig sein, strebt er eine Führungsposition an? Das sind alles Fragen, die im Vornherein im Hinblick auf die SAP Jobs geklärt werden müssten.

  • ich nochmal, auch wenn sich in diesem Thread nicht mehr viel bewegt hat.

    Ich bin immer noch auf der Suche nach einer SAP Einstiegsstelle. Langsam ist die Angelegenheit so zermürbend, dass ich auch bald das Handdtuch werfen werde.
    Aber ich möchte noch einmal meine bisherige Erfahrung mit meiner Jobsuche teilen.

    Fast alle Einstiegspositionen „Junior Berater Stellen“ setzen bereits Erfahrung mit SAP voraus. Eine Zertifizierung, wie ich sie habe zählt nahezu gar nicht. Projekterfahrung wird vorausgesetzt. Da beißt sich die Katze aber in den Schwanz, denn ohne die Chance auf einen Einstiegspositon wird es auch niemlas Projekterfahrung geben.
    Ich habe jetzt knapp 60 Bewerbungen für SAP Positionen geschrieben und hatte zwei Vorstellungsgespräche. Mir wird zunehmend mehr zum Verhängnis, dass ich nach der viermonatigen Beraterschulung wieder zu lange raus bin aus der Materie. So fällt es mir natürlich immer schwerer auf spezifische Fragen im Bewerbungsgespräch eine Antwort zu geben. (z.B.: erklären Sie die Funktionsweise der Konditionstechnik und Preisfindung im SAP SD) Klar, habe ich das gelernt, logisch kann ich es wieder sobald ich damit arbeite, aber aus der trockenen Theorie heraus die richtige Antwort zu geben fällt dann doch schwer. Und an diesem Punkt kommt dann wieder die Erfahrung in´s Spiel. Aber wo soll die herkommen?

    Mir kann niemand was über fehlende Fachkräfte vorjammern. Dieses Argument kann nicht gelten, denn die Unternehmen ziehen sich selbst aus der Verantwortung und kümmern sich nicht um den Nachwuchs. Auch nicht wenn dieser hochmotiviert ist und eigentlich alles mitbringt was in einer Stellenbeschreibung sonst noch gefordert wird.

    Wenn ich die Überschrift lese „warum will denn niemand als SAP-Consultant arbeiten?“ bekomme ich langsam Wutgefühle in den Bauch. Richtig müsste es heißen: „Warum will denn kein Unternehmen in einen Nachwuchs SAP-Berater investieren?“ Da kommt es ja gelegen, dass immer mehr ausländische Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden, und man sich das Personal billig aus Ost- und Südeuropa importieren kann.
    Der letzte Geschäftführer eines Beratungshauses sagte mir bei einem Vorstellungsgespräch ins Gesicht, er habe noch jemand, der komme aus Sophia und hat dort studiert, super Noten, toller Mann… ?!?! Bitte was ??
    Vielleicht ein Einzelfall, vielleicht auch nicht…

    Wie sehen eurere erfahrungen aus? Gibts noch Tipps?

  • Hallo zusammen.
    Auch ich bin der Meineung, dass die Unternehmen für den Nachwuchs sorgen sollten. Ich möchte ebenfalls als junior Berater einsteigen, doch wenn ich sehe welche Anforderungen gestellt werden, dann wird mir schlecht.
    Abgeschloßenes Studium (hier wird erwatet das man absolut alles kann und weiß/ ein Studium liefert nur Grundlagen die man im späteren Job ausbauen sollte- ein Semester C/C++ machen mich nicht zum Programmierer ), Erfahrungen im SAP Umfeld oder einem der Module für welches man sich bewirbt, Projekterfahrungen, Berufserfahrung und am Besten wäre es, wenn ich dazu noch 21 wäre.

    Um meinen zukünftigen Arbeitgeber zu zeigen, dass ich flexibel und lernwillig und ergeizig bin, habe ich im Ausland Wirtschaftsinformatik studiert und das in einer völlig fremden Sprache und ohne jeglicher Computer-Erfahrung (hatte bis dahin nie einen Computer). Es gibt nichts was ich nicht Lernen kann, doch niemand gibt die Chance sich zu behaupten.
    Unternehmen wollen Fachkräfte die vom Himmel fallen, doch das könnte ein böses Ende geben.

    Wenn jemand mittlerweile ein Unternehmen kennt, welches Ambitionierte Mitarbeiter schätzt, dann wäre ich für eure Tipps sehr dankbar.

    Viel Erfolg euch allen und ein freundlicher Gruß

  • Ist ja sehr interessant die Kommentare hier zu lesen. Mir geht es genauso. Ich bin Anfang 30 und arbeite seit fast 10 Jahren in der IT. Nachdem ich neben der Arbeit einen Bachelor und Master in IT-Management gemacht habe wollte ich auch einen SAP-Job anstreben. Aber nichts zu machen. Jede Stellenanzeige setzt mehrjährige, fundierte, tiefgreifende Kenntnisse in Modul XY voraus. Ich habe es auch schon bei Personalvermittlern probiert, aber keine Chance. Echt frustrierend. Vor allem wenn man dann noch lesen muss „warum will denn niemand als SAP Consultant arbeiten?“…

  • Das Gehalt das einzige, was einen SAP Job sexy macht, das Gegengewicht zum Gehalt ist die gewachsene Technologie-Halde (SAP steht für Stapel Alter Programmierungen). Nur die SAP-Saurier und andere Gewohnheitstiere hängen an SAP. Jedenfalls aus Arbeitnehmer Perspektive.

    Das Hauptproblem: SAP ist so schweine teuer, dass keiner nochmehr und nochmehr dafür bezahlen möchte. Da muss man dann alles können – was aber wie schon festgestellt selten der Fall ist.
    Und auch als Junior bei einer SAP Beratung: Keine Projekte! Unterqualifiziert! Wie soll man da denn die Praxis bekommen?

    SAP ist eine Blase, die in den nächsten Jahren ploppen wird: Vielleicht können sie das abwenden in dem sie sich neu erfinden, wie sie es beständig versuchen in dem sie die Produkte reorganisieren und umbenennen, gespickt mit Innovationen (die einzige in den letzten Jahren dürfte für HANA für die Performance sein. SAP ist zu aufgebläht. Flexiblere Software-Distributionsstrategien von Konkourrenten sowie offeneres Denken und Kooperieren in Schnittstellen wird den neuen Softwaremarkt bald bestimmen. Das hat sich immer abgezeichnet und wird immer fühlbarer. Von daher wirkt SAP auch unsexy, weil es alt ist. „Neues“ wird von SAP auf den Markt geworfen und dann ganz schnell wieder vergessen. Noch dazu ist es höllisch schwierig Wissen in SAP aufzubauen, die Hürden sind meiner Meinung nach noch viel zu Groß, immerhin da scheint sich die SAP wieder etwas zu öffnen, nachdem sie zuletzt die Wissenshungrigen mit überteuerten Schulungen gemolken haben (immernoch).

    SAP ist ein Universum, das kaum einer überschauen kann. Wer es überschauen kann, hat keine Befähigung zu Umsetzungen, wer es nicht überschaut aber dafür spezifisches Wissen hat, weiß zu wenig.

    Und die Studenten bekommen schon den puren Ekel, wenn sie die Benutzeroberflächen sehen. Das liegt nicht daran, das diese eckig oder ton in ton sind, also nicht hünsch sind, nein, die SAP UserExperience ist geprägt von Ekel vor der von innen nach außen getragenen komplexität der Software. Keine einheitlichen Konzepte, viele kopflose Entscheidungen…. Selbst mit neuen Technologien kann SAP nicht blenden – umgekehrt die Sinnlosigkeit der SAP Erscheinung blendet den interessierten Jung-Informatiker.

  • Sehr geehrte Artikelschreiberin,
    um die Frage des Artikels zu beantworten: „Warum studiert niemand SAP?“ Bitte beantworten Sie mir zuerst, wo man „SAP“ studieren kann und warum man nicht auch „Microsoft“ oder „Apple“ studieren kann. Sicher werden die Hochschulen ihre Gründe haben, warum nicht Hersteller-spezifisch ausgebildet wird. Leider ist es sehr kostenaufwendig sich im Bereich SAP weiterzubilden. Natürlich wäre es eine Option für Firmen Berufseinsteiger in diesen Feldern auszubilden, aber gerade diese Kosten möchten Sie sich ja sparen. Fazit: Erst wenn Firmen wieder Fairness lernen, werden sich die Leute auf eigene Kosten weiterbilden.

  • Wenn die Firmen auf das SAP Universum setzen, ist es ihre eigene Verantwortung. Viele Projekte lassen sich mit OpenSource-Technologien nachhaltiger umsetzen, heisst: besser wartbar, kein kostenaufwendiges Customizing und man findet auch viele Fachkräfte dafür.

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