IT & Technik

Die Sicht eines Softwareentwicklers auf Recruiting

Headhunting, Graph Search, Quelle: geralt/pixabay.co
Geschrieben von Gastautor

Der Tag beginnt mit einem kleinen Schmunzeln. Für etwa 2 Wochen saß unser Kollege Gerd, der als Softwareentwickler tätig ist, vorübergehend in unserem Büro. Quasi allein unter Frauen/ Personalerinnen. Wir haben ihn gebeten,  seine Eindrücke von unserem Tagesgeschäft zusammenzufassen. Lest selbst, was dabei herauskam :-)

Nach nunmehr 21/2 Jahren im Projekt beim Kunden bin ich vorübergehend in meine Firma zurückgekehrt. Nun also unten im Turm. Auffallend ist, dass ich einige Mitarbeiter nicht kenne und mir auch Kleinigkeiten vollständig entfallen sind. Es sind Kulturunterschiede die bei Begrüßungsformeln beginnen, über die Pünktlichkeit bei Meetings, die hier viel besser ist, reichen und dem lichtärmeren Zimmer, der geringen Höhe geschuldet (5. versus 24. Etage), enden.

Aber auch die Arbeitsweise ist gänzlich unterschiedlich. Im Softwareprojekt herrscht im Arbeitszimmer selbst große Ruhe, ja kurze Gespräche fanden nur zwischen zwei Personen gelegentlich statt. War eine Erörterung irgend eines Gegenstandes zwischen mehr als zwei Personen nötig, so verschwanden selbige in einem eigenen Raum. Selbstredend und nur am Rande zu erwähnen, dass Telefongespräche eher selten waren. Natürlich gab es auch Zeitdruck im Projekt. Dem wurde aber mit Ruhe und erhöhter Arbeitslast begegnet.

Im Anwerbungs- oder Personalgeschäft hingegen wird sehr viel mehr gesprochen und telefoniert. Natürlich liegt das in der Natur der Sache, geht es doch um Menschen. Selbstverständlich gibt es viele Termine mit Bewerbern, davon kann ich aber nichts berichten, da sich dieser Teil der Arbeit der Personalvermittler meiner Kenntnis entzieht. Es wird auch viel weniger mit Papier, Stift und Schematas gearbeitet, in dem Sinne abstrakte Sachverhalte aufzuzeichnen und durchschaubar zu machen. Die ist alles neu und bereichernd für mich, ja spannend. Wer hat schon die Möglichkeit Werber bei der Arbeit zu beobachten?
Eher unernst ist zu nehmen, dass der Kaffee im Projekt um Größenordnungen besser war.

Nur voriger Woche war die Anspannung im Zimmer greifbar, fast körperlich zu spüren. Warum und weshalb? Ich weiß es nicht. Ich bilde mir nicht ein, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und das Bewerbungsgeschäft nach 2,5 Wochen in Gänze verstanden zu haben. So muss dies also (vorerst?) ein Mysterium bleiben.

„Wenn Du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm etwas von seinen Wünschen.“ Selbst wenn ich es könnte, wüsste ich gar nicht welche der „schädlichen“ Wünsche ich meinen Kolleginnen abnehmen sollen können müsste.

Kollidiert obiges Zitat nicht mit unserem Zeitgeist? Sicher. Aber Epikur als Vertiefer des Hedonismus muss eine Menge vom guten Leben verstanden haben. Und Glück hat eben weniger mit der Erfüllung von Wünschen zu tun als gemeinhin geglaubt wird. Es kann sogar fürchterlich sein, wenn einem Wünsche erfüllt werden. Also sollte man sich klar werden, was einem wirklich wichtig ist. Ziele im Leben zu setzen ist lohnend. Nicht in Vergessenheit geraten soll aber, dass man  nur ganz wenige Dinge im Leben wirklich muss. Genau genommen nur eines.

Über den Autor

Gastautor

Um unsere Inhalte etwas abwechslungsreicher zu gestalten, lassen wir gern auch andere Autoren zu Wort kommen. Interesse? Einfach Mail mit Themenvorschlag an: presse@towerconsult.de.

Hinterlassen Sie einen Kommentar