Bewerbung & Interview

Fangfragen im Vorstellungsgespräch

Quelle: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de
Geschrieben von Lisa

Die meisten Personaler werden gezielt auf Vorstellungsgespräche vorbereitet. In den Schulungen wird vermittelt, wie man Fragen stellt, um den Bewerber kennen zu lernen und um herauszufinden, wie gut er zum Unternehmen passt.

Personaler lernen aber auch bestimmte Techniken und Fragestellungen, um den Bewerber aus der Reserve zu locken. Durch simple Fangfragen ist es leicht realisierbar, den Bewerber zu irritieren, ihn in eine noch größere Stresssituation zu bringen und ihn sogar zu provozieren.

Generell gilt, für die Beantwortung solcher Fangfragen, ruhig bleiben, durchatmen und an die eigene Vorbereitung denken. Hier findet ihr ein paar Beispiele für mögliche Fangfragen im Vorstellungsgespräch und erhaltet zusätzlich Tipps zur Beantwortung.

Was denken Sie, welche drei positiven Charaktereigenschaften Ihnen fehlen?

Diese Frage wird häufig gestellt, ist aber nicht problematisch, denn auf diese Frage kann man sich gut vorbereiten. Das geht am besten, indem man im Vorfeld überlegt, welche Eigenschaften man hier nehmen möchte. Wichtig ist, dass man betont, dass es sich um Eigenschaften handelt, die „nur“ ausbaufähig sind und nicht völlig fehlen.

Welchen Stellenwert hat Geld in Ihrem Leben?

Hier bringt es gar nichts, zu sagen, „Geld ist für mich total nebensächlich.“…  Das glaubt euch keiner und entspricht auch nicht der Wahrheit. Denn wenn Geld im Leben keine Rolle spielen würde, bräuchte man auch nicht arbeiten gehen.

Besser ist, selbstbewusst zu sein. Sagt ruhig, dass ihr für eure gute Arbeit auch angemessen entlohnt werden wollt. Denn nicht nur das Unternehmen will den Umsatz steigern. Auch ihr habt laufende Kosten, eventuell eine Familie zu ernähren und benötigt ein Dach über dem Kopf.

Für diesen Job sind sie noch etwas unerfahren, oder was denken Sie?

Diese Fangfrage ist perfekt, um euch zu beweisen. Macht dem Personaler klar, das gerade ihr der/die Richtige für den Job seid. Denn – auch wenn ihr noch wenig Erfahrung habt – seid ihr in der Lage strukturiert zu arbeiten. Zudem bringt ihr frischen, dynamischen Wind in das Unternehmen. Kurz gesagt, überzeugt auf ganzer Linie von euch.

Wann und warum haben Sie das letzte Mal eine Regel missachtet?

Wenn ihr bei dieser Fangfrage kurz Zeit braucht, um euch gedanklich zu sortieren, könnt ihr erzählen, dass ihr vor drei Tagen bei Rot über die Ampel gelaufen seid. Aber das ist eigentlich nicht das, was der Personaler wissen möchte. Verkauft das also eher als Witz, um Zeit zu gewinnen.

Das wirklich interessante bei dieser Frage ist für den Personaler, ob ihr euch an Unternehmensrichtlinien haltet oder die Regeln oft brecht. Also, ob ihr euch, ohne mit der Wimper zu zucken, über Vorgaben hinwegsetzt.

Wichtig ist, dass ihr bei der Beantwortung ein gesundes Mittelmaß findet. Ihr dürft nicht so rüber kommen, als ob ihr grundsätzlich macht, was ihr wollt. Aber auch das andere Extrem, blind das zu tun, was der Chef sagt, ist nicht perfekt. Besser ist es, wenn ihr abwägt, ob Gehorsam oder Hinterfragen angebracht ist.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Völlig falsch wäre es, zu sagen, dass Kritik euch gar nichts ausmacht. Denn das wäre schlichtweg gelogen. Seid ehrlich und sagt, dass konstruktive Kritik zwar unangenehm aber dennoch nützlich ist. Das man etwas verärgert darüber ist, ist menschlich und das wissen auch die Personaler. Aber wenn ihr die Kritik positiv aufnehmt und umsetzt, ist es genau richtig.

Grundlegend gilt bei allen Fangfragen, wie schon gesagt, Ruhe bewahren. Wenn ihr dem Personaler bei der einen oder anderen Frage mit etwas Humor begegnet, könnt ihr zumindest Zeit gewinnen. Beantwortet alle Fragen wahrheitsgemäß, denn Lügen kommen immer ans Tageslicht – egal ob früher oder später.

Nun wünsche ich euch viel Spaß im nächsten Vorstellungsgespräch und mit so mancher hinterlistigen Fragestellung. :-)

Über den Autor

Lisa

Lisa war von Anfang 2014 bis Herbst 2015 BA-Studentin bei uns. Sie hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personalwirtschaft/Personaldienstleistungen studiert und erprobte ihr theoretisches Wissen bei uns in der Praxis. Noch am Beginn des Berufslebens, berichtete Lisa über Erfahrungen aus dem Unialltag sowie die Herausforderungen bei der Arbeit in einer Personalagentur und zeigte uns dabei ihre Sicht eines Berufsanfängers.

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