Bewerbung & Interview

Ab wann sollten Hochschulabsolventen mit Bewerbungen beginnen?

Bewerbungsfrist, Quelle: Basti93/pixabay.com
Geschrieben von Gastautor

Die Abschlussarbeit ist fast fertig, die letzten Prüfungen sind abgegeben und das Wissen hoffentlich noch nicht wieder vergessen. 😉 Nun ist es an der Zeit, den Schritt in die Arbeitswelt zu gehen. Zeit, die erste Bewerbung zu verschicken. In unserem heutigen Gastbeitrag erfahrt ihr, wann man sich am besten für einen Berufseinstieg bewerben sollte…

Wenn das Ende des Studiums näher rückt, steht eine stressige Phase an. Schließlich gilt es, die letzten Prüfungen zu bestehen und eine Abschlussarbeit zu verfassen. Die wenigsten Studenten haben dann Lust, sich um Bewerbungen zu kümmern. Dennoch sollten Hochschulabsolventen so früh wie möglich damit anfangen.

Hochschulabsolventen benötigen im Durchschnitt 3 Monate, bis sie ihren ersten Job gefunden haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung aus dem Jahr 2009. Je nach Fachrichtung kann es auch länger dauern oder viel schneller gehen. Bei Germanisten dauert es nach Studienende durchschnittlich 1 Jahr bis zur ersten Vollzeitstelle. Um die Übergangsphase zwischen Studium und Beruf möglichst kurz zu halten, sollten Hochschulabsolventen frühzeitig mit den Bewerbungen beginnen. Am besten schon etwa 3 bis 6 Monate vor Abschluss.

Bewerben von Studierenden – Vor- und Nachteile

In vielen Branchen und besonders bei großen Unternehmen ist es üblich und gern gesehen, wenn sich Studenten vor Studienende bewerben. Das zeigt dem Unternehmen Engagement und Zielstrebigkeit. Zudem sind Bewerbungen Übungssache. Wer schon während der Studienzeit Erfahrungen mit den Bewerbungsverfahren unterschiedlicher Unternehmen sammelt, ist gewappnet, wenn es nach dem Studium wirklich ernst wird.

Doch es gibt auch Gründe, die gegen eine Bewerbung vor Studienende sprechen. Bewerben erfordert Mühe und Zeit. Dass Bewerbungen auf jede Stelle individuell zugeschnitten sein sollten, ist schon lange kein Geheimtipp mehr, sondern selbstverständlich. Somit ist es erforderlich, sich genau über ein Unternehmen und die jeweilige Branche zu informieren. Auch die Stellensuche und eventuelle Bewerbungsgespräche erfordern Zeit – die im Prüfungsstress knapp ist. Um den guten Abschluss nicht zu gefährden, sollten sich die zukünftigen Hochschulabsolventen mitunter besser auf das Lernen konzentrieren. Allerdings lernt es sich natürlich viel leichter, wenn der Arbeitsvertrag bereits in der Tasche ist. Letztendlich hängt es also vom eigenen Lerntyp und der Belastbarkeit ab, ob eine Bewerbung vor Studienbeginn empfehlenswert ist.

Vor dem Abschluss bewerben: Das gibt es zu beachten

Viele schrecken vor einer Bewerbung vor Studienabschluss zurück, weil sie noch kein Abschlusszeugnis vorweisen können. Doch auch ohne das Zeugnis ist eine Bewerbung möglich. Beim Prüfungsamt können sich Studenten als Ersatz eine Leistungsübersicht ausdrucken lassen. Im Anschreiben empfiehlt es sich, auf den baldigen Studienabschluss hinzuweisen und anzukündigen, dass das Zeugnis nachgereicht wird.

Dies gilt im Übrigen auch, wenn in der Stellenausschreibung ein „abgeschlossenes Studium“ gefordert ist. Dann sollte das Studienende aber auch in naher Zukunft liegen und die Bachelorarbeit oder Masterarbeit bereits beim Prüfungsamt der Hochschule angemeldet sein. Ist in der Stellenausschreibung ein bestimmter akademischer Grad gefordert, verhält es sich ähnlich. In diesem Fall können sich die Studenten eine Bescheinigung ausstellen lassen, die bestätigt, dass die Abschlussarbeit mit mindestens 4,0 bestanden und der Abschluss damit sicher ist.

Sind praktische Erfahrungen Voraussetzung?

Problematisch ist die Bewerbung vor Studienende außerdem, wenn die Stelle Berufserfahrung erfordert. Doch je nach Studiengang ist auch das kein grundsätzliches Ausschlusskriterium. Pflichtpraktika können die geforderte Berufserfahrung ersetzen und verhelfen außerdem zu ersten Kontakten ins Unternehmen. Freiwillige Praktika während der Semesterferien oder auch Werkstudententätigkeiten neben dem Studium zeigen Engagement und Interesse und helfen erste Kontakte zu knüpfen.

Ein praxisorientiertes Studium erhöht die Chancen, vor dem Hochschulabschluss mit der Stellensuche erfolgreich zu sein. Bei einem weniger praxisorientierten Studium hat man als Student auch die Möglichkeit seine Abschlussarbeit direkt im Unternehmen zu schreiben. So kann man schon vorab seine Fähigkeiten zeigen und hat bei guter Leistung eventuell die Möglichkeit auf Übernahme. Damit die Bewerbung für Akademiker reibungslos abläuft, empfiehlt es sich also, schon bei der Studienwahl auf die Ausrichtung des Studiums und die Berufsaussichten zu achten. Weiterhin sollten Studenten sich bereits während des Studiums über mögliche praktische Erfahrungen informieren und diese in Wirtschaftsunternehmen sammeln.

Weitere Themen zum Thema, etwa Fragen im Vorstellungsgespräch, warum man das Studium abgebrochen hat, Abstracts der Abschlussarbeiten in der Bewerbung oder firmenseitige Bewerbungsprozesse findet ihr nach dem Klick auf die Artikel.

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