Körper, Geist & Job

Aussehen am Arbeitsplatz – Was darf der Arbeitgeber in Sachen äußere Erscheinung und Hygiene anordnen?

Blümchenbedruckte Hosen, High-Heels oder unrasierte Beine zählen in vielen Bereichen zu den absoluten Tabus im Arbeitsalltag. Trotzdem kommt es durch solche Verbote oftmals zu Unstimmigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Ein Arbeitgeber sollte von seinen Angestellten, welche im direkten Kundenkontakt stehen, ein gepflegtes Aussehen am Arbeitsplatz erwarten können. Außerdem kann er Wert auf eine einheitliche Arbeitskleidung legen. Viele Mitarbeiter empfinden aber konkrete Vorschriften zu Frisur, Hosenfarbe und Schmuck als groben Eingriff in ihre Persönlichkeit.

Wie weit kann der Arbeitgeber gehen?

Beispielsweise geriet eine asiatische Fluglinie wegen des BMI (Body Mass Index) ihrer Mitarbeiter in die Schlagzeilen. Wer sich weigert, sich zu wiegen und älter als 40 Jahre alt ist, darf nicht mehr fliegen und wird zum Sport treiben verdonnert. Der Arbeitgeber gibt seinen Mitarbeitern ein halbes Jahr Zeit, um wieder fit zu werden.

Ein anderes Beispiel ist eine Schweitzer Bank. Dass ein Bankangestellter einem bestimmten Dresscode unterliegt, ist nichts Neues. Aber hier ging es um mehr. So wurden die Mitarbeiterinnen dazu angehalten, hautfarbene Unterwäsche und Seidenstrümpfe zu tragen. Weiterhin wurden sie darauf hingewiesen, dass eine Frau mit Make-up deutlich kompetenter wirkt. Mitarbeitern mit Dreitagebart wurde eine Rasur eindringlich empfohlen.

Meine persönlichen Erfahrungen

Schon erschreckend, welche „Empfehlungen“ so mancher Arbeitgeber für das absolut perfekte Aussehen am Arbeitsplatz ausspricht, um seine Mitarbeiter in eine bestimmte Richtung zu drängen. Natürlich, jeder Mensch sollte auf ein gepflegtes Äußeres und eine normale Grundhygiene achten – auch wenn man nicht im direkten Kundenkontakt steht. Denn mit mangelnder Hygiene belästigt man ja nicht nur Kunden sondern auch die Kollegen. Aber ich denke, was zu viel ist, ist zu viel.

Ich bin auch der Meinung, dass man in bestimmten Berufsgruppen einen gewissen Dresscode einhalten muss. Aber genauso denke ich, dass man es nicht übertreiben muss.

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Ich habe es selbst bei einem meiner früheren Arbeitgeber miterlebt. Jeden Tag, egal ob man einen wichtigen Termin hatte oder nur im Büro saß, war eine Bluse und ein dunkler Anzug Pflicht. Ja, es ging sogar so weit, dass eine Schuhabsatzhöhe von mindestens 5 cm – für Frauen – vorgeschrieben wurde. Und hier muss ich ganz klar sagen, das ging mir zu weit. Eine solche „Empfehlung“ zum Aussehen am Arbeitsplatz übersteigt definitiv die Befugnis eines Arbeitgebers.

Ich befürworte auch eine schicke und elegante Kleiderordnung in den erforderlichen Bereichen. Dennoch sollte es der Arbeitgeber, wie in den genannten Beispielen, nicht maßlos übertreiben.

Nun bin ich auf eure Erfahrungen und Eindrücke gespannt. Ich freue mich über interessante Beispiele zu dem Thema Dresscode und Aussehen am Arbeitsplatz.

Über den Autor

Lisa

Lisa war von Anfang 2014 bis Herbst 2015 BA-Studentin bei uns. Sie hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personalwirtschaft/Personaldienstleistungen studiert und erprobte ihr theoretisches Wissen bei uns in der Praxis. Noch am Beginn des Berufslebens, berichtete Lisa über Erfahrungen aus dem Unialltag sowie die Herausforderungen bei der Arbeit in einer Personalagentur und zeigte uns dabei ihre Sicht eines Berufsanfängers.

1 Kommentar

  • Da lobe ich mir doch die IT Branche, wo man sogar (kein Kundentermin vorausgesetzt) in Freizeitkleidung arbeiten darf. Oder keiner komische Kommentare los lässt, wenn man kurze Hosen und Flip Flops trägt.

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