(Neue) Arbeitswelt

Sabbatical: Auszeit vom Job

Sabbatical, Quelle: unsplash.com
Geschrieben von Gastautor

Wieso das sinnvoll sein kann und wie man es dem Chef beibringt.

Eine Auszeit nehmen, davon träumen wohl viele Arbeitnehmer. Einfach mal die Seele baumeln lassen, neue Dinge erleben, den Horizont erweitern. Sei es nur für 3 Monate, oder auch ein ganzes Jahr. Das Sabbatjahr ist weit verbreitet und gar nicht so schwer umzusetzen. Orizon gibt heute Tipps, welche Dinge man beachten muss.

Wie bringe ich es meinem Arbeitgeber bei?

Vermutlich wird Ihr Chef keine Freudensprünge machen, wenn Sie ihm sagen, dass Sie sich eine Auszeit nehmen möchten. Wichtig für Sie zu wissen ist, dass Sie rechtlich gesehen keinen Anspruch auf eine Auszeit haben – Sie sind auf das Wohlwollen Ihres Vorgesetzten angewiesen. Sollte Ihr Chef also tatsächlich nicht einverstanden sein, würde Ihnen nur die Kündigung bleiben: Ein sehr radikaler Schritt, der gut überlegt sein sollte.

Doch wenn Sie Ihre Beweggründe transparent darlegen, Ihrem Vorgesetzten den Nutzen aufzeigen und bereit sind, Kompromisse einzugehen, was die Dauer und den Zeitraum des Sabbaticals betrifft, haben Sie gute Karten, dass Ihr Chef Ihrer Auszeit nicht im Weg steht. Bieten Sie zudem an, Ihre vorhandenen Urlaubstage für das Sabbatical einzusetzen.

Halten Sie die Absprache mit Ihrem Chef, inkl. Dauer der Auszeit und Umstände Ihrer Rückkehr, in jedem Fall schriftlich fest, sei es als Ergänzung in Ihrem Arbeitsvertrag oder als gesonderte Vereinbarung. Das hilft beiden Seiten und beseitigt Unsicherheiten.

Wie kann ich ein Sabbatical finanziell stemmen?

Da gibt es verschiedene Modelle: Entweder Sie sparen eisern und legen sich entsprechende Reserven an, oder Sie verhandeln mit dem Chef, wie Ihr Gehalt umverteilt werden kann und Sie so auch im Sabbatjahr davon profitieren können. „Das ist heutzutage gar nicht mehr unüblich und kann über einen Sparplan umgesetzt werden“, so Orizon Personalleiterin Andrea Nödel. „Beispielsweise können Sie in der Zeit vor Ihrer Auszeit auf Teile Ihres Gehalts verzichten, die dann auf einem Zeitwertkonto angelegt werden.“

Eine weitere Möglichkeit ist der Teilzeitvertrag: Sie arbeiten weiterhin in Vollzeit, erhalten in einem vereinbarten Zeitraum vor Ihrer Abwesenheit aber nur ein Teilzeitgehalt. Auch Überstunden und Urlaubstage können für Ihr Sabbatical eingesetzt werden. In allen Fällen bleibt Ihr Arbeitsvertrag bestehen und Ihr Gehalt, inklusive der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung, kann Ihnen während Ihrer Auszeit ganz einfach weitergezahlt werden. Nach Ihrer Auszeit kehren Sie als Vollzeitkraft zu Ihrem ursprünglichen Gehalt zurück.

Natürlich ist es auch möglich, wenn auch aus Sicherheitsaspekten weniger ratsam, unbezahlten Urlaub einzureichen. Sollten Sie diesen Schritt gehen, achten Sie darauf, dass Sie weiterhin krankenversichert sind und im Idealfall auch Ihre Rentenversicherung weitergezahlt wird.

Was anstellen mit der freien Zeit?

Den meisten Menschen, die ein Sabbatical planen, schwebt wohl eine Reise vor. Sei es gleich eine Weltreise oder ein längerer Aufenthalt an einem fremden Ort, um Land und Leute besser kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Viele nehmen sich auch eine Auszeit, um sich Zeit für die Familie zu nehmen oder den Hausbau zu stemmen. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage für die Krankenkasse DAK wollen im Jahr 2016 sogar 63 Prozent der Deutschen mehr für ein stressfreieres Leben abseits des Jobs tun.

Es gibt aber auch Menschen, die sich im Zuge Ihrer Auszeit lieber um ihre berufliche Weiterbildung kümmern möchten. Das kann zum Beispiel die Weiterbildung zum Meister, der Erwerb eines Studienabschlusses/die Durchführung eines Studiums oder das Erlernen einer Sprache sein.

Davon kann auch Juliane Schubert (Leiterin der Orizon Akademie) berichten, die sich während ihrer Auszeit ebenfalls lieber um ihre berufliche Weiterbildung kümmerte und einen Sprachkurs auf Malta belegte: „Das war etwas, was ich schon immer einmal machen wollte“, sagt sie und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „und etwas was ich jederzeit wieder tun würde.“ Aber nicht nur die Sprachreise war der Grund für ihren Wunsch nach einer Auszeit vom Job: „Ich habe die freie Zeit mit Freunden genossen, bin Wandern gegangen und habe einfach viel für mich gemacht, ohne nach links und rechts zu schauen. Ich nenne es Quality Time.“ Dabei betont sie jedoch: „Wichtig ist, dass man die Auszeit frühzeitig plant, um nach der Rückkehr keine bösen Überraschungen zu erleben und die Auszeit in vollen Zügen genießen zu können“.

Diese Schlüsselfragen können bei der Vorbereitung helfen:

  • Warum möchte ich eine Auszeit nehmen?
  • Wofür möchte ich eine Auszeit nehmen?
  • Wie lange soll meine Auszeit dauern?
  • Welche finanziellen Rücklagen benötige ich dafür?
  • Wie sage ich es meinem Chef?
  • Wie geht es nach meiner Rückkehr weiter?

Wie auch immer man das Sabbatical gestaltet, der Ausstieg aus dem Alltag kann einen neu beflügeln und Kraft geben. Und wenn es nicht gleich eine Auszeit sein soll, hilft manchmal auch ein Jobwechsel.

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