Bewerbung & Interview

Wie formuliere ich mein Anschreiben? – Klappe, die Sechste!

Die allgemeine Theorie zum Anschreiben ist ja ganz schön und gut, ob Makel im Lebenslauf, Anrede oder Erläuterung zum Lebenslauf, doch welche konkreten Vorschläge gibt es für das Anschreiben, vor allem für den schwierigen Einstieg? Pauschal lässt sich schon einmal sagen: Es muss zum Bewerber und zum Job passen! Ein flippiger Einstieg, der Aufmerksamkeit erregt, ist in kreativen Jobs eine gute Möglichkeit, um sich zu präsentieren. Ob man damit in anderen Branchen Punkte sammelt, ist fraglich. Entspricht es gar nicht dem eigenen Typ, fühlt sich der Personaler im Gespräch, in dem man deutlich zurückhaltender ist, vielleicht verschaukelt. Immerhin geht er mit eienr gewissen Erwartungshaltung an den Menschen heran, von dem er nur einen ersten Eindruck durch das Anchreiben erhaschen konnte.

Sehr geehrte Herr Schmidt,

aus Ihrer Stellenanzeige geht hervor: Sie suchen einen Menschen wie mich! Kompetenz und Erfahrung im Bereich Online-Marketing, ein freundliches und aufgeschlossenes Wesen, Flexibilität und Selbstständigkeit sind genau die Eigenschaften, die mich auszeichnen.

Eine solche Präsentation ist sicher nicht Jedermans Ding (und meins übrigens auch nicht), dennoch erweckt es bei nahezu Jedem Neugier auf den Menschen und ob er wohl hält, was er mit diesem Anschreiben verspricht. Es geht auch zurückhaltender und trotzdem nicht langweilig:

Sehr geehrter Herr Schmidt,

Sie suchen ab sofort eine Softwaretesterin. Als solche würde ich mich Ihnen gern zur Verfügung stellen/bei Ihnen bewerben. Aus Ihrer Stellenbeschreibung geht hervor, dass Sie viel Wert auf diese und jene Eigenschaften und Kompetenzen legen. Folgene Qualifikationen bringe ich mit und passe damit genau in das von Ihnen gwünschte Profil.

Das klingt auf jeden Fall zurückhaltender und sachlicher, aber es hebt sich deutlich ab vom Standardeinstieg á la „hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen als Softwaretesterin.“ Zum Abschluss auf jeden Fall noch einmal prüfen, ob man im Betreff genau auf die Stelle verweist, wenn dies aus dem Anschreiben nicht hervor geht. Denn viele nennen die genaue Stelle eben normalerweise genau in diesen ersten Zeilen, die hier etwas aus der Masse heraustreten sollen.

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4 Kommentare

  • Diese ganzen Tipps, WIE man sich am besten bewirbt, zäumen doch das Pferd von hinten auf, meint Ihr nicht? Ich meine, wichtiger ist wohl, WER sich bewirbt?! Bester Tipp dazu: „Stellen Sie sich vor, wie Sie den Job bekommen haben – wenn das geht, dann passt er auch wirklich zu Ihnen!“ Stammt leider nicht von mir, sondern von der Webseite hier: http://kopfarbeit-seminare.de/blog.html Fand ich auf jeden Fall wesentlich hilfreicher als die x Bücher zum Bewerbungstraining, die ich vorher gewälzt habe… 😉

  • Hallo Laura,

    sicher hast Du Recht, man sollte erst einmal Energie darauf verwenden, den richtigen Job, also die eigene Berufung zu finden und schon geht eine Bewerbung leichter von der Hand. Aber ersetzt einfach das Wissen darum, DASS man die perfekte Stelle gefunden hat, auch das Wissen, WIE ich mich auf genau die Stelle bewerbe, damit ich den Traumjob auch bekomme?
    In nahezu jedem Bewerbungsratgeber, den wir hier getestet haben, steht zudem drin, was auf dem von empfohlenen Blog geraten wird, nämlich genau zu schauen, was ich wirklich will und kann und sich passgenau zu bewerben und eben nicht ins Blaue hinein auf jeden beliebigen Job. Damit ist der von Dir zitierte Tipp nicht verkehrt, hilft aber bei der Formulierung eines Anschreibens beispielsweise nicht wirklich weiter.

  • Wie passend, hatte ich mir doch letztens einen kleinen Text für ein soziales Netzwerk zwecks Praktikumsgesuch überlegt. Ein Hoch auf qualifiziertes und ehrliches Freunde-Feedback, die den „Drift“ in die erste hier präsentierte Version offenbarten.

    Hatte eben noch mal ein Telefonat dazu, wo wir gemeinschaftlich feststellten, dass eine persönliche und individuelle Note (gut, es war schon ziemlich eigen) dem Einheitsbrei-Geschmack (Ja, die Unterstellung und Provokation ist gewollte) von Personalern scheinbar nicht zusagen. Davon ausgehend meine Frage, inwieweit sich denn bei euch eingehende Bewerbungen von dem Standardtext ala „gute Studienergebnisse, kommunikativ, teamorientiert, flexibel, lernorientiert usw.“ unterscheiden und ob so etwas überhaupt gewollt ist? Nur stelle ich mir vor, wenn jeder kommunikativ, teamorientiert, flexibel usw. ist, bringt das Bewerbungsschreiben nichts, da es vermutlich nur noch „wenig Varianz aufklärt“?!

    @Laura: Auch „der Richtige“ kann sich „falsch“ bewerben. Man kann die Welt verstanden haben, wenn man sie nicht erklären kann, bringt einen das auch nicht weiter 😉 (Sprich man kann es noch so sehr drauf haben, wenn man sich nicht einigermaßen gut verkaufen kann, hilft einem das allerdings nur bedingt.)

    Was ich interessant fände, wäre ein „Lernen am Modell“. Wie haben Leute den Job bekommen, den sie wollten? Was haben sie wie gemacht/geschrieben/gesagt. Quasi persönliche Erfolgsgeschichten, von denen man mit ein bisschen Abstraktions- und Transfervermögen seine Schlüsse und Verbesserungsmöglichkeiten ziehen kann, als auch auf Stolperfallen hingewiesen wird, denen man dadurch aus dem Weg gehen kann.

  • Hallo Robby,

    also ich kann ja nur von uns berichten und wir sind über jede Formulierung dankbar, die abweicht vom „hiermit möchte ich mich bewerben als…“, sofern sie nicht gegen den guten Geschmack verstößt und schon im Ansatz durchblicken lässt, was für eine Person sich da eigentlich bewirbt. Es kann natürlich sein, dass sich der Eine oder Andere von soviel Individualität überrannt fühlt, für uns trifft das nicht zu.
    Die Häufigkeit von Formulierungen „gegen den Strich“ ist nicht wirklich hoch, umso erfrischender ist es, wenn man mal auf so etwas stösst. Immerhin nehmen knackigere Bewerbungen zu, was wohl dem Fakt zu schulden ist, dass die meisten Bewerbungsratgeber Individualität und Persönlichkeit auch im Anschreiben propagieren.
    Dein Vorschlag ist auf jeden Fall ne gute Idee, allerdings sehr aufwendig. Denn insgesamt überzeugt ein Bewerber nicht nur mit dem Anschreiben, sondern mit der Gesamtheit von Qualifikation, Kompetenz, Bewerbung und Auftreten beim Vorstellungsgespräch. Aber wir denken mal drüber nach, wie man da was realisieren könnte.

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