(Neue) Arbeitswelt

Hey Boss, ich brauch‘ mehr Geld! – Gehaltserhöhung leicht gemacht

Quelle: Tim Reckmann/pixelio.de
Geschrieben von Angelika

Ich gebe zu, die Frisur von Gunther Gabriel ist nicht der Hit, aber sein Lied: „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“ hat mich nachhaltig beeindruckt. Und als ich gestern die Farbe Linen 5 auf meine Wand aufbrachte und mein Blick auf die ausgelegten alten Zeitungen fiel, da las ich diesen Titel wieder – nur diesmal in den vdi nachrichten. Da wir nun alle mehr oder weniger mehr vom schnöden Mammon benötigen, können wir die nachstehenden Tipps sicher früher oder später auch alle gebrauchen.

Irgendwie sind wir immer peinlich berührt, wenn es um das liebe Geld bzw. um das Darumbitten geht. Oft leisten wir seit Jahren gute Arbeit und hoffen, dass der Chef dies mit einem erfreulichen Plus auf dem Gehaltszettel honoriert. Oft bleibt es jedoch bei dem Hoffen. Und wenn man dann schon Mut fasst, dann sollte man nicht direkt zum Jahresende auf den Chef zugehen, denn auf diese Idee kommen die Meisten und zu diesen Zeiten ist es dann besonders schwierig ein größeres Stück der Torte abzubekommen. Ein guter Aufhänger für ein solches Gespräch ist beispielsweise ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt.

Damit auch das Gespräch von Erfolg gekrönt wird, sollte man sich gut vorbereiten. Man sollte sich vorher kundig machen, wie der eigene Marktwert ist, beispielsweise beim Betriebsrat nachfragen oder eine Internetrecherche durchführen. Des weiteren sollte man die wesentlichen Punkte notieren, aus denen hervorgeht, was man seit der letzten Gehaltserhöhung für die Firma alles geleistet hat. Dies dient zum einen dazu, einen eigenen Gesprächsleitfaden zu haben, zum anderen kann man die ein bis zwei A4-Seiten dem Gesprächspartner mitgeben, der damit wiederum bei der letzten Entscheidungsinstanz im Unternehmen argumentieren kann.

Wichtig ist vor allem, immer den Vorteil für die Firma aufzuzeigen. Wer der Firma Geld gespart hat oder gebracht hat, darf dies auch äußern und die seinen Anteil einfordern. Zur guten Gesprächsvorbereitung zählt auch ein klares Gehaltsziel. Wer 350 EUR mehr pro Monat möchte, sollte 500 EUR fordern; so hat auch der Chef noch ein Stück Verhandlungsfreiheit. Realistisch sind Gehaltserhöhungen von 5-10%.

Tabuthemen bei der Gehaltsverhandlung sind Vergleiche mit Kollegen und persönliche Finanzprobleme, wie z.B. Kreditraten für das Haus.

Falls der Boss trotzdem hart bleibt, kann man Alternativen anbieten, beispielsweise erfolgsabhängige Prämien, einen Dienstwagen, die Kostenübernahme von Weiterbildungskosten, mehr Urlaub oder Kindergartenzuschüsse.

Und hier noch was zum Thema Kontern auf die Einwände des Arbeitgebers:

  • „Die Firma hat im Moment kein Geld“ – Hier sollte man aufzeigen, was man selbst dazu beiträgt, damit die Firma wieder Geld verdient.
  • „Das passt nicht in unsere Gehaltsstruktur“ – Macht an dieser Stelle deutlich, dass Ihr nur über das eigene Gehalt sprechen möchtet, nicht über das von Anderen.
  • „Nicht jetzt – in einem Jahr können wir wieder darüber sprechen“ – Hier könnte man eine Erhöhung in mehreren Schritten vorschlagen und die Abmachung dann schriftlich fixieren.
  • „Wir befördern Sie – das ist Belohnung genug“ – Offenbar ist der Chef mit der Leistung zufrieden, daraus sollte sich der Gehaltsanspruch ableiten.
  • „Seien Sie froh, dass Sie überhaupt einen Job haben“ – Hier könnt Ihr dem Chef deutlich machen, dass man den eigenen Marktwert kennt und ihn am liebsten in der eigenen Firma realisieren möchte.

Über jeden Erfahrungsbericht unter „Kommentare“ freuen wir uns natürlich sehr!

Ich geh jetzt grad mal ins Chef-Büro…

Über den Autor

Angelika

Ist der Projekt-Profi unter uns und kümmert sich seit 2010 um die Vermittlung von Freiberuflern. IT- und Optikprojekte stattet sie schnell, unkompliziert und professionell mit den passenden Fachleuten aus - ein Anruf und das Projekt ist gerettet. Angelika hat Betriebswirtschaft studiert und ist zudem ausgebildete Heilpraktikern. Im Büro sorgt sie für unser medizinisches Wohl und außerdem, dank ihres wunderbaren Humors, oft für gute Laune.

1 Kommentar

  • Sehr schön auf den Punkt gebracht! Ergänzen möchte ich noch eines, das insbesondere uns Frauen immer etwas schwer zu fallen scheint: Wir sollten uns unserer Qualitäten selbst-bewusst machen! Während des Aufschreibens der Erfolge für die Firma dürfen wir uns auch selbst auf die Schulter klopfen und vor uns selbst immer wieder betonen, dass wir die Gehaltserhöhung wirklich verdienen, schließlich arbeiten wir hart und bringen der Firma Geld. Die innere Einstellung zur eigenen Leistung ist sehr wichtig!

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