Ratatouille

Lerncoach Martin Krengel im Interview

Cover Bestnote

Herr Krengel. Sie schreiben Bücher, wie man erfolgreich durchs Studium kommt. Sind Sie schon mal durch eine Prüfung gefallen?

Klar, ich spreche aus Erfahrung. Als Schüler war ich chaotisch und auch im Studium gab es Anlaufschwierigkeiten. Irgendwann hatte ich genug von schlechten Noten und habe gezielt an meinen Lernmethoden gearbeitet. Ich merkte, dass es einige sehr zuverlässige Tricks gibt. Diese wollte ich weitergeben.

Lernbücher gibt es wie Sand am Meer. Was machen Sie anders?

Mein Konzept ist eine Fusion aus handfesten lernpsychologischen Erkenntnissen mit den besten Zeitmanagement- und Motivationstricks. Herausgekommen ist ein einfaches 10-Schritt-Lernsystem, um Wissen felsenfest zu verankern und jede Prüfung mit Erfolg zu bestehen. Ich erkläre die wichtigsten Erfolgsfaktoren von Prüfungen und wie man absolut zielbezogen lernt. Das spart viel Zeit und Nerven. Und: Die Methoden sind an über 1000 Seminarteilnehmern erprobt!

Das Buch heißt Bestnote. Ist es wichtig, immer der Beste sein zu wollen?

Es geht nicht darum, dass jeder der Klassenbeste ist, aber wer mit seinen Noten unzufrieden ist, kann mit dem Buch zu seiner persönlichen Bestnote gelangen. Der Untertitel ist eher ein Versprechen, hinter dem ich stehe. Denn es gibt viel Potenzial, den Lernaufwand enorm zu reduzieren: Ich zeige zum Beispiel, wie man sich selbst 10 abstrakte asiatische Vokabeln innerhalb von 5 Minuten langfristig merken kann.

Derzeit sind die Universitäten aufgrund der doppelten Jahrgänge überfüllt. Kann man überhaupt unter schlechten Bedingungen gut lernen?

Es ist einfach auf das System zu schimpfen. Aber mein Ansatz ist es, die Logik des Systems zu erkennen und es so für sich zu nutzen. Ich verwende dazu gern den Matrix-Vergleich: Erst als Keanu Reeves die Matrix verstanden hat, konnte er sie besiegen. Analog zeige ich, wie man bereits vor einer Prüfung erkennt, welche Inhalte besonders wichtig sind und sehr wahrscheinlich drankommen.

Manche Vorlesungen sind öde. Ist es dann besser, gar nicht erst hinzugehen?

Wenn man gute Skripte und Beispielsklausuren der vergangenen Jahre hat, muss man seine Zeit nicht verschwenden. Aber oft ist es selbst bei abstrakten Vorlesungen nützlich hinzugehen, um durch geschicktes „Zwischen-den-Zeilen-hören“, herauszufinden, wie prüfungsrelevant einzelne Konzepte sind. Gerade nervösen Personen würde ich raten, hinzugehen. Manchmal müssen aber auch Leute, die sehr selbstbestimmt arbeiten, auf die Schulbank: Nämlich immer dann, wenn der Prof einfach erpicht darauf ist, seine Worte möglichst exakt wiederzugeben.

Um den Dozenten besser einschätzen zu können?

Definitiv. Nachfragen lohnt immer. Nach einer Prüfung erhielt ich einmal keine optimale Bewertung. Die Begründung: Ich hätte nur das gesagt, was im Unterricht vorgekommen wäre. Das reichte ihm nicht. Beim nächsten Mal kam ich mit einer abgedrehten Theorie und bekam die Bestnote! Das ist genau das Prinzip, das ich vermitteln möchte: Früher hat man das Buch aufgeschlagen und einfach drauflos gelernt. Doch jede Prüfung und jeder Prüfer ist anders. Deswegen brauchen wir immer eine angepasste Lernstrategie. Ein Boxer würde doch auch gezielt das Boxen trainieren, und nicht Tennis zur Vorbereitung auf einen Wettkampf üben!

Eine weitere Variante ist es, immer nur kurz vor der Prüfung mit dem Pauken zu beginnen.

„Bulimie-Lernen“ funktioniert manchmal, ist aber echt stressig und führt zu schlechteren Noten. Es ist aber auch nicht realistisch, ab dem ersten Tag acht Stunden zu büffeln. Besser: Zum Anfang des Semesters einen Überblick verschaffen, was wichtig ist. Damit können wir das Prinzip der selektiven Wahrnehmung nutzen. Täglich strömen tausende Informationen auf uns ein, wir merken uns aber nur einen Bruchteil. Ich kann aber bestimmen, welchen Teil wenn ich mir gleich die richtigen Fragen stelle.

Und wo sollte ich am besten lernen?

Wenn man sich zu Hause gut fokussieren kann, spart das sicher einiges an Zeit. Wenn ich mich jedoch leicht ablenken lassen, bin ich besser an einem reizarmen Ort aufgehoben: Eine fachfremde Bibliothek, ein nettes Café, der Bauernhof der Oma. Und unbedingt: Internet und Handy ausschalten!

Mit Freunden oder alleine lernen?

Lerngruppen sind absolut notwendig! So kann man am besten Lücken erkennen, schwierige Inhalte leichter verstehen und das Wissen festigen. Wissen ist nicht fertig im Kopf gespeichert, sondern wird immer wieder neu produziert. Oft denken wir, wir hätten etwas verstanden, doch im dem Moment, wo ich es aussprechen oder aufschreiben muß, fehlen die passenden Worte. Erst wenn das Wissen in eine logische Reihenfolge gebracht wurde, können wir es problemlos abrufen. Daher sind auch Probeklausuren so wichtig – am besten zwei, um die Fehler der ersten zu korrigieren.

Darf ich mich denn irgendwann auch Mal belohnen?

Man muss es sogar. In meinem Buch nenne ich das „in den Lernmodus schalten“. Man muss das Lernen positiv besetzen. Denken ist ein emotionaler Vorgang. Wenn unser limbisches System keine Lust hat, ist es nicht aufnahmebereit. Ich muss es mir gemütlich machen, z.B. drei Cappuccino-Sorten bereithalten, mich einigeln, eine chillige Lernecke einrichten.

Kaffee ist ein beliebtes Lerndoping. Aber gibt es noch andere Mittel, die das Lernen verbessern?

Pausen! Sie geben neue Perspektiven, Energie, emotionalen Abstand und verbessern die Erinnerungsleistung. Zudem würde ich auf eine ausgewogene Ernährung achten: Man sollte eiweißhaltig essen, dafür Kohlenhydrate reduzieren. Das stabilisiert den Blutzuckerspiegel und verhindert Heißhungerattacken. Beim Lernen verbrauchen unsere grauen Zellen bis zu 50 Prozent der Körperenergie – deswegen am besten Energiespender wie Eier, Bananen und das sprichwörtliche Studentenfutter bereithalten. Mein Energiekick in Prüfungen: Schokolasierte Kaffeebohnen – ein tolles Team aus Koffein und Glückshormonen.

Herr Krengel, vielen Dank für das Gespräch!

Über den Autor

Martin Krengel ist Zeitmanagement-Experte und Lerncoach. Als Autor der „Golden Rules“ und des „Studi-Survival-Guide“ entwickelte er spezielle Motivations- und Zeitmanagement-Techniken für Studenten und Absolventen. In seinem neusten Buch „Bestnote“ zeigt er mit welchen Prozessen und psychologischen Tricks die Erinnerungsleitung verdoppelt und die Prüfungsangst minimiert wird. Krengel schaffte es mit diesen Methoden zwei verschiedene Studiengänge mit Auszeichnung abzuschließen. Weitere Informationen zu den Büchern, Motivations-, Zeitmanagement-, und Konzentrationstipps auf www.studienstrategie.de

Martin Krengel: Bestnote. Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren. Eazybookz 2012, 15,95 Euro.

Für alle Interessierten: Unter allen Newsletter-Anmeldungen verlosen wir 5x das Buch „Bestnote“ von Martin Krengel. Viel Glück! :)

 

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