(Neue) Arbeitswelt

Wenn ich groß bin, werde ich …

Fernstudium mit Kind, Quelle: kaboompics.com
Geschrieben von Anna

Mal ehrlich, jeder hatte doch als Kind Träume, was er mal werden möchte. Beim einen oder anderen war bestimmt auch so was wie Astronaut oder Feuerwehrmann dabei. Ich wollte immer Ärztin werden. Bis mir klar wurde, dass man da Blut sehen muss und der Gegenüber ggf. auch mal Schmerzen wegen einem hat. Danach hatte ich, um ehrlich zu sein, lange Zeit kein genaues Bild im Kopf, so von wegen „ich bin dann mal DAS, mit dem und dem Titel“. Aber kann man das heutzutage überhaupt noch, unter einer bestimmten Bezeichnung ein Leben lang in einem Beruf arbeiten, in dem man ausgebildet ist?

Im Verlauf des Erwachsenwerdens ändern sich die Pläne für die Zukunft etwas. Eigene Vorstellungen, spezielle Erlebnisse und das eigene Umfeld prägen und bedingen, wofür man sich letztlich interessiert. Anstelle von Astronaut zu werden, möchte man vielleicht z.B. forschen um Menschen in ihrer Gesundheit zu helfen oder Programmieren um das Leben zu erleichtern (neben denen, die einfach nur reich und berühmt werden möchten). Auch eine Rolle spielt, wie sich bestimmte Fähigkeiten in der Schule als Stärken oder Schwächen herausstellen. Wobei man sicher nicht alles, was man einigermaßen kann, gleich sein ganzes Leben lang machen will. Früher oder später entsteht dabei aber ein grobes Bild, was man tun möchte und was nicht.

Stichwort: was mit Menschen machen

Ok, auch ich wurde bei der Suche nach Studienfächern von diesem Gedanken angetrieben. Nicht nur vorm Schreibtisch sitzen, sondern spannende Begegnungen und Erlebnisse beim Geldverdienen zu haben. Ganz ehrlich, heute habe ich einen Beruf, an dem ich die meiste Zeit am Schreibtisch verbringe. Die Zeit, in der ich „was mit Menschen mache“ ist trotzdem nicht gering. Was wohl fast jeder Jugendliche unterschätzt, ist: Zusammenarbeit. Mit Kollegen, der Geschäftsleitung, Kunden … alles hat mit Menschen zu tun, alles fordert eine gewisse Anpassung und damit auch eine gewisse Anstrengung. Alles verhindert aber auch wirklich Langeweile.

Natürlich gibt es noch die großen Berufsgruppen, wie Ärzte, Juristen und Feuerwehrmänner. Schaut man aber mal in ein Studiengangverzeichnis, so scheint es, dass auch „Manager“ heutzutage zu den großen Berufsgruppen gehört. Beispielsweise wird der Studiengang Bauingenieurswesen mancherorts zu Gunsten von Baumanagement abgeschafft. Die Planungskenntnisse zum Thema Hoch- oder Tiefbau bleiben dann zwar nur in den Kinderschuhen, aber man fühlt sich (ob nun gerechtfertigt oder nicht, bleibt an dieser Stelle offen) am Ende des Studiums bereit, als Führungsperson zu agieren. Finden kann man dies, wie man will. Dass man in diesen Studiengängen etwas lernt möchte ich auch gar nicht anzweifeln. Mir geht nur durch den Kopf, dass es nicht nur Manager geben kann….

Ich gehöre wie viele einer neuen Generation an. Die, die aus unendlich vielen Studiengängen auswählen konnte – manche Großeltern hatten sicher schon mal den Gedanken „woran man alles das Wort Wissenschaft hängen kann…“. Vielfältig sollte mein Studium sein, so dachte ich. Und am Ende war es dann so vielfältig, dass ich überall hätte fußfassen können und doch wieder Glück gebraucht hätte, um dies auch zu schaffen. Qualifikation über Praktika, schon klar. Aber auch die Anzahl an Praktikumsplätzen ist nicht unendlich und das Studium selbst nimmt auch viel Zeit in Anspruch.

In meiner vergangenen Bewerbungsphase habe ich oft angezweifelt, ob mein Weg der richtige war. 1000 Möglichkeiten und doch abhängig von der einen Chance. Auch jetzt habe ich manchmal noch Bedenken, ob alles gut geht, ich meinen Weg gefunden habe. Vielleicht sollte man wirklich aufhören in Schranken zu denken und verinnerlichen, dass es nicht wie „früher“ nur einen Weg und eine Karriere gibt.  Ob Wissenschaftler oder Manager, keine Tätigkeit ist endgültig, man kann sich immer weiter entwickeln und weitere Qualifikationen  erlernen. Schließlich ist nichts so beständig wie die Veränderung…  🙂

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

2 Kommentare

  • Ich wollte tatsächlich Astronautin werden, als ich 5 war. In der DDR hieß das natürlich „Kosmonautin“. Bis mich die Erzieherin in der Kur darauf hinwies, dass ich „doch viel zu dünn sei und ich noch nicht mal auf den roten Startknopf drücken könne“! Diese Frau hatte in diesem Moment meinen Kindheitstraum zerstört und in dem Moment kräftig auf mein gerade erst wachsendes Selbstbewußtsein eingeschlagen.

    Gestern erst war ich zu einer hessischen Schuleinführung mit einem sehr schönen Gottesdienst vorab. Als der Pfarrer die Kinder segnete, sagte er: „Möge Gott Dir die Kraft geben, immer Deinen eigenen Weg zu gehen.“
    Das fand ich sehr, sehr schön.

    Das Wichtigste ist nämlich, auf sich selbst zu hören.
    So, das war das Wort zum Sonntag…. äähhh Mittwoch.

  • Stimmt, auf sich selbst hören ist das Wichtigste. Daran sollte man sich im Erwachsenenleben auch immer mal wieder dran erinnern. Ich hoffe aber sehr, liebe Geli, dass du gern hier mit uns im Büro sitzt und dir nicht insgeheim wünschst, im Weltraum rumzuschweben…

Hinterlassen Sie einen Kommentar