Ratatouille

2014 – Das Jahr der Berufsorientierung

Quelle: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de
Geschrieben von Gastautor

Durch den Gründer  und Geschäftsführer des HR-Consulting-Unternehmens Cyquest GmbH in Hamburg Jo Diercks wurde das Jahr 2014 zum Jahr der Berufsorientierung ausgerufen. Viele Blogger sind auf den Zug aufgesprungen und schreiben über Fachkräfte- und demografischen Wandel. Unternehmen klagen über mangelnde Qualifikationen bei den Bewerbern und über große Matching Probleme, ihre Stellen zu besetzen.

Also ist es ein einfaches, das Jahr der Berufsorientierung auszurufen und das laufende Jahr mit einem Titel zu versehen. Aber ist Berufsorientierung ein ganz neues Thema? Oder hat man sich damit schon die letzten Jahrzehnte genauso beschäftigt?

Berufsorientierung

„Berufsorientierung ist ein Prozess, die spätere Berufswahl durch Informationen über Berufsfelder und Berufe, ihre Bedeutung und ihre Anforderungen zu unterstützen.“

 Ist dieser Prozess denn nun eine Erfindung aus dem Jahre 2014? Oder gab es das vielleicht schon vorher?

Bereits 1964 wurde schon von Berufsorientierung gesprochen und es wurde die „berufswirksame Hinführung zur modernen Arbeitswelt“ vom Deutschen Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen als schulische Aufgabe anerkannt. Seit 1971 (2004 erneuert) gewährleistet eine Vereinbarung in Deutschland die Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Bundesagentur für Arbeit. Somit ist schon mal erkennbar, dass das Thema Berufsorientierung schon sehr lange aktuell ist. Im Zentrum der Berufsorientierung sollte daher die Motivierung und Befähigung zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Jugendlichen stehen. Es werden in diesem Zusammenhang immer ein fortlaufender Prozess und ein Ziel angesprochen.

Warum gerade das Jahr 2014 als Jahr der Berufsorientierung ausgewählt wurde, scheint mir daher fragwürdig.

Bildungspolitisch sollte dem Feld der Berufsorientierung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, sodass sich Abbrecherquoten in Ausbildung und Studium gering halten und schon vorher klar ist, welche Anforderungen, welche Ausbildung mit sich bringt.

Somit stehen mit der Berufsorientierung auch die Begriffe:

  • Berufsneigung
  • Berufsinformation und
  • Berufseignung

in einem engen Zusammenhang.

Bestandteile der Berufsorientierung

  • Berufsneigung: Die erste Antwort auf die Frage: „Was will ich einmal werden?“ ergibt sich aus der individuellen Berufsneigung. Hierbei spielen eine Reihe verschiedener Einflussfaktoren eine wichtige Rolle. Sie können sich gegenseitig widersprechen, aber auch in Einklang zueinander stehen. Dabei  soll die Berufsneigung kein psychischer Zustand sein, sondern ein selbst gewähltes Ziel, das mit dem gegebenen Mitteleinsatz auch erreichbar und realistisch ist.

    Quelle:kompetenzplus.de

    Quelle: kompetenzplus.de

  • Berufsinformation: Mit der Neigung zu einem bestimmten Beruf werden anfangs oft Idealvorstellungen verbunden. Daher ist es unerlässlich, den individuellen Berufswunsch und auch dessen Berufsweg mit einem realistischen Bild kritisch zu reflektieren. Hierbei wird auf schulischer Ebene mit Orientierungspraktika gearbeitet, die seit längerer Zeit einen festen Bestandteil im Lehrplan ausmachen.
  • Berufseignung: Vergleicht man den individuellen Berufswunsch und die eingeholten Informationen über den Ausbildungsweg und das angestrebte Berufsfeld, so kommt man zu der Berufseignung. Je früher man sich diesem Vergleich selbstbewusst und selbstkritisch stellt, desto größer sind die Chancen die eigenen Ziele auch zu erreichen.

Und an dieser Stelle sehe ich den Ansatz aktiver Berufsorientierung. Durch einen Vergleich von Soll- und Ist-Zustand bei Berufswunsch und dessen Anforderungen reicht es nicht, die Eignung festzustellen. Hier können die Eignungen zu einem angestrebten Berufsfeld nur entwickelt werden, wenn frühzeitig gefördert wird und Potentiale erkannt werden.

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