Bewerbung & Interview

Lohnt es sich, die eigene Bewerbung vom einem Ghostwriter schreiben zu lassen?

Quelle: Lisa Bönemann/tt-bewerbungsservice.de
Geschrieben von Gastautor

Wir tun uns mit der Empfehlung, einen Bewerbungsservice zum Verfassen der eigenen Unterlagen zu nutzen, ja immer etwas schwer, wie ihr vielleicht schon gelesen habt. Natürlich sind wir aber offen dafür, einen solchen Service mal zu Wort kommen zu lassen. Vielleicht werden wir ja alle von unserem heutigen Gastautoren Till Tauber von TT-Bewerbungsservice überzeugt?

Das Zeitalter des Internets ermöglicht es, dass die verschiedensten Dienstleistungen angeboten werden. So gibt es seit geraumer Zeit sogenannte Bewerbungsservices, bei denen es sich im Wesentlichen um Ghostwriting-Dienstleister handelt. Dort kann man die eigene Bewerbung anfertigen lassen, meistens besteht auch die Möglichkeit, einzelne Bestandteile der Bewerbung, beispielsweise ein Anschreiben oder einen Lebenslauf, erstellen zu lassen. Ebenfalls gehören Arbeitszeugnisse, Motivationsschreiben oder gar XING-Profile zum Angebot eines Bewerbungsservices. War die Konkurrenz für die ersten Bewerbungsservices recht gering, hat sich der Markt mittlerweile etabliert und es gibt verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Angeboten und Preismodellen. Doch im Wesentlichen stellt sich vor allem die Frage, ob es sich auch wirklich lohnt, von dem Angebot eines Bewerbungsservices Gebrauch zu machen. Welche Vorteile bietet die vom Ghostwriter verfasste Bewerbung, welche Nachteile sind damit verbunden? Um die Klärung genau dieser Fragen geht es in diesem Artikel.

Die Gründe, einen Bewerbungsservice zu beauftragen, sind vielfältig.

Wenn es um die Beweggründe geht, die einen Bewerber dazu veranlassen, einen Bewerbungsservice mit der Erstellung von Bewerbungsunterlagen zu beauftragen, so sind diese überaus vielfältig und müssen immer vor dem individuellen Hintergrund gesehen werden. Die üblichen Gründe, eine Bewerbung – oder einzelne Dokumente daraus – schreiben zu lassen sind:

  • Das Schreiben liegt einem nicht – weder vom Inhalt her, noch in Bezug auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
  • Man hat wenig Erfahrung mit dem Schreiben von Bewerbungen und/oder ist nicht mehr auf dem neuesten Stand.
  • Durch Zeitmangel hat man einfach nicht die Zeit, sich mit der komplexen Thematik Bewerbung auseinanderzusetzen und die eigenen Bewerbungsunterlagen vorzubereiten.
  • Man kann sich aufgrund des Aufwandes nicht überwinden, mit dem Schreiben zu beginnen.

Wenn Sie sich aus gutem Grund dafür entscheiden, sich im Zuge Ihres Bewerbungsvorhabens Hilfe von einem Bewerbungsservice zu holen, sollten Sie immer auf Qualität achten. Das günstigste oder das teuerste Angebot muss nicht unbedingt immer die beste Wahl sein.

So sieht eine aussagekräftige Bewerbung aus!

Damit man in der Lage ist, die Arbeit eines Bewerbungsservices zu beurteilen, muss man sich zunächst damit auseinandersetzen, wie eine gute Bewerbung überhaupt aussieht. Grundsätzlich sei hier gesagt, dass es die „eine“ perfekte Bewerbung nicht gibt. Bekanntlich führen mehrere Wege nach Rom, anders ist es im Kontext der Bewerbung auch nicht. Doch lässt sich die Qualität einer Bewerbung schon überprüfen – anhand entsprechender Checklisten.

Checkliste Anschreiben

  1. Das Anschreiben wirkt vom Aufbau und von der Struktur her wie ein geschäftlicher Brief.
  2. Der Haupttext ist in mehrere Abschnitte gegliedert – sowohl inhaltlich wie auch in der Formatierung.
  3. Das Anschreiben enthält keine Fehler im Hinblick auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
  4. Alle Anschriften, Namen und Bezeichnungen sind korrekt.
  5. Sie finden sich im Anschreiben wieder, da die Sprache sowie die Aussagen zu Ihnen und Ihren Beweggründen für die Bewerbung passen.
  6. Das Anschreiben beschreibt nachvollziehbar Ihre beruflichen Erfahrungen, Ihre Kenntnisse sowie Ihre Stärken – ganz ohne unglaubwürdige Übertreibungen.
  7. Im Text finden Sie keine der üblichen Bewerbungsfloskeln (z. B. „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen.“), hinter denen keine echte Aussage steckt.
  8. Negatives wird im Anschreiben nicht thematisiert – oder geschickt umschrieben.
  9. Das Anschreiben enthält keine negativen Aussagen über ehemalige Arbeitgeber und / oder Kollegen.
  10. Es darf keine Widersprüche zwischen Ihrem Lebenslauf und dem Anschreiben geben.

Checkliste Lebenslauf

  1. Auch im Lebenslauf haben Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung die gleiche Bedeutung wie im Anschreiben – gleiches gilt für die Einhaltung richtiger und vollständiger Schreibweisen von Eigennamen.
  2. Ihr Lebenslauf darf im Normalfall nicht länger als zwei Seiten im DIN A4 – Format sein, denn nur bei sehr umfangreicher und langjähriger Berufstätigkeit kann man den Lebenslauf auf drei Seiten erweitern.
  3. Sofern nichts anderes in der Stellenanzeige steht, ist der Lebenslauf tabellarisch aufgebaut und in antichronologischer Weise strukturiert.
  4. Das Layout des Lebenslaufes muss zum Anschreiben passen – und umgekehrt.
  5. Der Lebenslauf ist nicht mit Informationen „überladen“, garantiert eine gute Lesbarkeit und ist übersichtlich in klaren Abschnitten gegliedert.
  6. Es sind nur solche Informationen im Lebenslauf enthalten, die aus der Perspektive des Arbeitgebers relevant sind. Die Stellenanzeige sowie die Webpräsenz des Arbeitgebers dienen dabei als Anhaltspunkte.
  7. Berufliche Misserfolge und/oder Zeiten der Erwerbslosigkeit werden nur so wenig wie nötig thematisiert. Der Fokus liegt im Lebenslauf klar auf dem, was Sie können und was Sie bisher erfolgreich geleistet haben.
  8. Es existieren keine zeitlichen Lücken im Lebenslauf – Ihr Werdegang ist plausibel und vor allem vollständig.
  9. Es finden sich Begriffe aus der Stellenanzeige in abgewandelter Form wieder, damit die Passgenauigkeit zur offenen Stelle gewährleistet ist.
  10. Das Bewerbungsfoto findet sich in guter Auflösung und Qualität auf der ersten Seite des Lebenslaufes, direkt bei den persönlichen Daten.

Checkliste Zeugnisanlage

  1. Die Zeugnisanlage enthält ein Deckblatt bzw. ein kurzes Anlagenverzeichnis.
  2. Alle gescannten Unterlagen sind in guter Qualität, also leicht lesbar.
  3. Die Reihenfolge der Zeugnisanlage ist sinnvoll (z. B. 1. Arbeitszeugnisse, 2. Abschlüsse, 3. Zertifikate & sonstige Nachweise), gleiches gilt für den Inhalt.
  4. Die fertige Datei ist im PDF-Format erstellt worden und umfasst nicht mehr als 3 MB – oder gar weniger, wenn der Arbeitgeber dies gemäß der Stellenanzeige so erwartet.

Grundsätzlich müssen alle Bestandteile einer Bewerbung einen abgerundeten und widerspruchslosen Eindruck beim Leser hinterlassen. Dann liegt eine gute und aussagekräftige Bewerbung vor, mit der Sie das Maximum an Bewerbungschancen herausholen können. Eine Garantie für die Einladung zum Bewerbungsgespräch ist dies selbstverständlich nicht, doch besser geht es einfach nicht. Nicht immer haben Absagen konkret etwas mit Ihren Bewerbungsunterlagen zu tun. Bei einer Bewerbung hat man schlichtweg wenig Einfluss auf die Entscheidungswege und den Ablauf, man kann lediglich mit professionellen Bewerbungsunterlagen optimale Voraussetzungen schaffen.

Was macht einen guten Ghostwriter für Bewerbungen aus?

Das primäre Ziel eines guten Bewerbungsghostwriters ist es, Ihnen Bewerbungsunterlagen zu erstellen, mit denen Ihre Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch maximal sind. Hierfür benötigt der Ghostwriter aktuelle Fachkenntnisse im Hinblick auf derzeitige Bewerbungsmodalitäten, viel wichtiger sind jedoch der berufliche Background sowie die Erfahrung des Ghostwriters. Selbstverständlich ist ein Ghostwriter nur dann empfehlenswert, wenn er über ausgezeichnete Sprachkenntnisse verfügt und alle Regeln der Rechtschreibung und Grammatik vollends beherrscht. Er muss in der Lage sein, sich individuell in Sie und Ihre Bewerbungssituation hineinzuversetzen. Gleichzeitig betrachtet er den Auftraggeber durch die Augen eines Personalbearbeiters. Diese beiden Perspektiven miteinander zu verbinden, ist die eigentliche Kernaufgabe eines professionellen Bewerbungsschreibers. Er fertigt Ihre Bewerbungsunterlagen so an, dass Sie zu Ihnen passen und gleichzeitig den zuständigen Personalentscheider überzeugen. Ein guter Ghostwriter für Bewerbungen deckt daher sprachlich und inhaltlich ein Spektrum vom Berufsschüler bis hin zum Geschäftsführer ab. Dies erfordert zugleich Flexibilität und Berufs- sowie auch Lebenserfahrung. Achten Sie bitte immer auf Qualität und Seriosität! Bei einem seriösen Anbieter erfahren Sie, wer der Ghostwriter Ihrer Bewerbung ist und welchen beruflichen und fachlichen Hintergrund dieser hat. Fehlen diese Informationen, sollten Sie eher vorsichtig sein, denn Ghostwriting ist stets ein persönlicher Prozess, der viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen seitens des Verfassers erfordert. Diese Fähigkeiten zeichnen einen professionellen Ghostwriter aus – ganz gleich, ob eine Rede angefertigt wird oder eben eine Bewerbung erstellt. Wenn Sie sich für einen Bewerbungsservice entscheiden, sollten Sie daher auf Ihr Bauchgefühl hören und die oben genannten Kriterien prüfen.

Fazit: Eigeninitiative kann man als Bewerber durch nichts ersetzen!

Im Fazit erhalten Sie von einem seriösen Bewerbungsservice genau das, was Sie sich versprochen haben: Professionelle Bewerbungsunterlagen, die das Beste aus Ihrer aktuellen Bewerbungssituation herausholen. Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen, dass Sie von den Dienstleistungen eines Bewerbungsservices nur dann profitieren, wenn Sie die Vorteile geschickt für sich zu nutzen wissen, sodass sich deren volle Wirkung entfalten kann. Es hilft nicht, wenn man mit den von einem Ghostwriter verfassten Bewerbungsunterlagen die Einladung zu einem Jobinterview erreicht, dort aber den ersten positiven Eindruck nicht. Noch schlimmer ist es, wenn man über ausgezeichnete Bewerbungsunterlagen verfügt, die Bewerbungs-E-Mail aber völlig gegensätzlich ist und unprofessionell wirkt. Wenn Sie die erstellten Unterlagen als Musterlösung betrachten, haben Sie einen klaren Mehrwert für sich gewonnen. Arbeiten Sie daran, das hinter der Bewerbung stehende Prinzip zu verstehen. Haben Sie dieses erst einmal verstanden, versetzt es Sie in die Lage, zukünftig eigenständig Bewerbungen anzufertigen. Am Schluss bleibt nur festzustellen, dass die Nutzung eines Bewerbungsservices überaus sinnvoll sein kann, wenn man bereit ist, aus den Bewerbungsunterlagen zu lernen. Die Beauftragung eines Ghostwriters kann niemals Eigeninitiative ersetzen!

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4 Kommentare

  • Liebe Redaktion, in Ihrem Beitrag zu Bewerbungsvorlagen oder auch Unterlagen vom Ghostwriter sprechen Sie viele wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang an. Als Personalberaterin und Bewerbungscoach möchte ich dazu noch ergänzen – die schwierigste Aufgabe für Kandidaten ist die Auseinandersetzung mit sich selbst. Wer bin ich – Was kann ich – Was will ich und Für wen ist das was ich anzubieten habe von Interesse. Wer diese Hausaufgaben erledigt hat, wird in der Lage sein sich schriftlich und persönlich zu präsentieren. Wenn man auf ein „Muster“ zurückgreift unbedingt anpassen und in die eigene „Sprache“ übersetzen! LG Daniela Schlick

    • Sehr guter Beitrag und ich stimme Daniela Schlick zu! Es reicht in der Regel nicht, sich Bewerbungsunterlagen pauschal erstellen zu lassen, ohne sich mit sich selbst, den eigenen Zielen und Wünschen auseinanderzusetzen und die Unterlagen immer wieder anzupassen! Viele Grüße. Cathrin Eggers

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