IT & Technik

Graph Search

Headhunting, Graph Search, Quelle: geralt/pixabay.co
Geschrieben von Anna

 – oder wie Facebook zum Recruitingtool werden könnte

Vor zwei Wochen, in meinem Artikel über Bewerbungstrends, habe ich versucht, Einblick in aktuelle/moderne Bewerbungsformen und Ergänzungen zu den gebräuchlichen Unterlagen zu geben. Aus eigener Erfahrung bei der Arbeit und aus Statistiken über Nutzungsgründe heraus, hatte ich soziale Netzwerke bzw.  Facebook nur zur Präsentation der eigenen Person gezählt und weniger zur konkreten Personal- oder Jobsuche. Ich wurde letzte Woche selbst eines besseren belehrt. Um euch und mich auf den neusten Stand zu bringen, habe ich mich mal informiert. Graph Search soll das künftige Zauberwort heißen.

Begrifflichkeit

Wer geleitet durch das Wort „Search“ nun an eine Suche wie bei Google denkt, liegt falsch. Mit der Graph Search können (lediglich) die Inhalte von Facebook durchstöbert werden, dies jedoch in ausgeprägterer Form als bisher. Die Suche ist somit an Facebook selbst und seine internen Algorithmen gebunden. Mit Graph wird der Strom an Daten eines Nutzers bezeichnet (bspw. wen er kennt, wo er schon mal, was ihm gefällt,…). Das eigene Netzwerk spielt also eine große Rolle, denn gesucht wird innerhalb öffentlicher und den von (Freundes)Freunden geteilten Inhalten.

Gestartet ist das Feature im Januar 2013, zunächst in einer limitierten Beta-Version. Mittlerweile ist die Graph Search für alle Nutzer potentiell verfügbar. Benötigt wird dafür jedoch die EN-US Spracheinstellung. Die Suche funktioniert bis jetzt folglich nur auf Englisch.

Funktionsweise

Grundidee ist es an Informationen darüber zu gelangen, was andere machen oder mögen, um mögliche Interessengruppen oder auch Orte für eigene Anliegen zu finden. Gesucht werden können also Menschen und Orte, aber auch Fotos  und Interessen. Wie bereits erwähnt, jedoch nicht wie bspw. bei Google üblich. Einzelne Schlüsselworte bringen keinen Erfolg, auf die Kombination dieser kommt es an. Eingegeben werden müssen Wortgruppen wie bspw. “Freunde, die in meiner Stadt wohnen” oder  spezifischer “Filme, die Menschen geliked haben, die ähnliche Filme mögen wie ich”. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, sind folglich Facebook Kategorien sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Je mehr man selbst liked oder teilt, desto umfangreicher wird das Ergebnis. Jede Suche kann anschließend auch verfeinert werden. Der eine oder andere mag schon daran gedacht haben, natürlich kann so auch nach Menschen die Single sind gesucht werden. 😉

Graph Search im HR-Bereich

Warum ist Graph Search nun also heute Thema? Nicht nur gute Filme oder neue Freunde können mit Hilfe des Features gefunden werden, sondern eben auch Firmen und Dienstleister oder Professionals. Mit der Grundidee, bestimmte Personen und Interessengruppen zu finden, kann die Graph Search somit auch im Personalbereich zum Einsatz kommen. So kann die Suche nach „Freunde meiner Freunde, die als Entwickler arbeiten“ oder „ Freunde, die in der Nähe von Jena arbeiten“ relativ einfach einen Ansprechpartner innerhalb eines Berufszweiges oder einer Stadt generieren. Auf der anderen Seite kann z.B. die Eingabe „Personen, die Informatik studiert haben und in Thüringen leben“ potentielle Arbeitnehmer aufzeigen. Funktionieren kann dies jedoch nur, wenn beide Seiten, sowohl Unternehmen als auch Jobsuchende, ihr Nutzungsverhalten anpassen. Für die Jobsuche sollte das Profil von Privatpersonen aktuell und entsprechend informativ sein (z.B. ehemalige/aktuelle Arbeitgeber, Sprachkenntnisse, etc. beinhalten). Damit die  Informationen in der Graph Search auch von potentiellen Arbeitgebern und Head Hunter gefunden werden können, müssen diese außerdem öffentlich zugänglich sein. Für Unternehmen heißt es die eigene Social Media-Strategie auf Informationsgehalt, Präsenz und Vernetzung zu überprüfen. Unternehmensname und Branche sollten durch Namen, URL etc. erkennbar und der Standort aufzufinden sein. Fans sollten zudem in nicht zu geringer Zahl akquiriert und entsprechend bei Laune gehalten werden.

Fazit

Sicher steckt die Suchfunktion Graph Search auch nach ihrem Release noch in den Kinderschuhen. Facebook zeigt aber mal wieder, dass es sich immer noch weiterentwickeln kann. Die Tatsache, dass ca. 26 Millionen Menschen allein in Deutschland aktive Nutzer sind, macht Facebook für die Suche nach potentiellen Arbeitnehmern und -gebern definitiv attraktiv. Sollte sich die Funktion als deutsche Version durchsetzen, müsste sich jedoch auch das Nutzerverhalten ändern. Für viele ist und bleibt dieses Netzwerk in erster Linie Plattform für private Aktivitäten und Interessen. Zum Thema Transparenz und gläserner Mensch möchte ich mich an dieser Stelle lieber nicht äußern…

Über den Autor

Anna

Anna, unsere „Frau fürs Schöne“, war bis November 2016 verantwortlich für alles rund ums Personalmarketing. Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Nebenfach Psychologie kam sie 2013 zu uns ins Team. Seitdem berichtete sie über den Weg vom Berufsanfänger zum "Experten" und schrieb mit Einfühlungsvermögen über die Höhen und Tiefen bei der Jobsuche und im Arbeitsalltag. Im Büro versorgte Hobbyköchin Anna uns mit den neusten Rezepten, flotten Sprüchen und viel guter Laune.

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