Körper, Geist & Job

Bewerbung schreiben – ich hab‘ kein Bock!

Eine Bewerbung schreiben – ist das wirklich so schwer? Ich bin letztens über einen sehr interessanten Beitrag gestolpert, im dem sich ein junger Mann tierisch darüber aufgeregt hat, wie ätzend das ist, wenn man Bewerbungen schreiben muss. Interessant waren auch die Kommentare auf seine Null-Bock-Einstellung.

Bewerbung schreiben muss man nicht mehr!?

Eine ganz witzige Methode hat jemand vorgeschlagen, dass man auch ohne sich offiziell zu bewerben an die besten Stellen kommt, sogar wenn die Unternehmen keine Kapazitäten haben und zusätzlich für diese eine Person eine Stelle neu schaffen. Der einfach Trick besteht aus drei Stufen. Im ersten Schritt sollte man sich einen genauen Plan machen, was man gerne machen würde, was einem am meisten Spaß macht, also kurz gesagt die Kindheitswünsche aufschreiben!

Memo: Also kann ich theoretisch aufschreiben, dass ich Astronaut oder Superstar werden kann, ich muss es nur wollen! Endlich, habe ich die Lösung!

In der zweiten Stufe sollte man ganz gezielt Networking betreiben und sich mit ganz vielen interessante Menschen, treffen, die in der gewünschten Branche arbeiten. Die goldene Regel ist jedoch, dass man auf keinen Fall sagen darf, dass man auf der Suche nach einem Job ist. Man sollte ganz kluge Fragen stellen und ganz großes Interesse für den Job des anderen zeigen. Die Stufe zwei ist abgeschlossen, wenn man seine Antworten bekommen hat, die man sich ganz fleißig notieren sollte, denn man benötigt diese in der dritten und letzten Stufe.

Memo: Nicht dumm, wenn man sich sehr genau über seinen Wunschjob informiert und mit möglichst vielen Menschen spricht. Wichtig wäre an dieser Stelle, darüber nachzudenken diesen Beruf dann am besten zu erlernen. Oder reicht es nur darüber zu sprechen und sich zu informieren? Das wäre natürlich super!

Die dritte Stufe ist nun der absolute Supertipp! Man sollte hier kurze Termine am besten mit den Geschäftsführern (denn nur die fällen am Ende die Entscheidung, jemanden einzustellen) aus deinen Top 3 Unternehmen zu vereinbaren. Diesen schlägt man da dann eine Zusammenarbeit vor und argumentiert mit den aus der Stufe zwei notierten Fakten über die wichtigsten Punkte des Traumjobs. Und wenn man dann ein Angebot bekommt (dafür gibt es wohl eine Garantie), sollte man auf jeden Fall sagen, dass man bereits andere Angebote hat und sich zunächst in Ruhe Gedanken machen möchte. Man will ja auch die richtige Entscheidung fällen!

Memo: Klar! Da ich ja Astronaut werden möchte, sollte es auch total einfach sein, einen Termin mit dem Chef der NASA zu bekommen. Er freut sich auch riesig darauf mit jedem Dahergelaufenen über seine Berufsvorstellungen zu sprechen.

Bewerbung schreiben ist voll uncool!

Selbstverständlich haben sich unglaublich viele Leute über den faulen Mann aufgeregt, der überhaupt keine Lust hatte wenigstens eine Bewerbung zu schreiben und lieber weiterhin ALG II kriegen will. Am Ende hat er dann seinen Traumjob verraten: er möchte gerne Schauspieler werden aber am besten einfach so. Gibt es da nicht diverse Einstiegsmöglichkeiten bei unzähligen Reality-Shows in den privaten Sendern? Dann muss er wohl einen Termin mit Klaus Maria Brandauer oder mit Bruno Ganz vereinbaren. Dan kann’s los gehen.

Über den Autor

Anna M

Anna war von März 2013 bis Ende 2014 im Bereich Recruiting bei uns tätig. Nach ihrem Magisterstudium in Slawistik, Romanistik und Auslandsgermanistik war sie zunächst als Vertrieblerin tätig. Am liebsten berichtete Anna über den Perspektivwechsel vom Bewerber zum Personaler und ihre oft amüsanten Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

5 Kommentare

  • Hallo macht es doch wie ich, kopiert irgendwelche Unterlagen und schreibt irgendwelchen Quatsch rein dann stellt Euch auch keiner ein. David

  • Hallo David,
    interessanter Ansatz und super Tipp! Jetzt mal ernsthaft – natürlich soll das jeder für sich entscheiden, ob er arbeiten will oder nicht, aber so dreist schon bei der Bewerbung zu sein und im Endeffekt seine eigene Zeit nutzlos zu vergeuden und dann auch noch die Zeit des Personalers/des Unternehmens, die diese „Bewerbung“ prüfen müssen, das ist echt mal eine Leistung! Viel Spaß damit!

  • @ Anna

    Die armen Personaler, bitte eine Runde Mitleid!

    Viele müssen aber für das Jobcenter Bewerbungen schreiben, auch wenn es noch so sinnlos ist. Im ersten Satz etwas rein wie „auf anratän von die Jobcenter Berlin bewärbe ich mir hiermit bei sie“ löst das Problem aber für beide Seiten zufriedenstellend denke ich 😉

    Man könnte auch Frau Quandt oder den Aldi-Erben heiraten, da kann man dann von Dividenden und Zinsen leben und muss keine Bewerbungen schreiben.

  • Es ist aber auch extrem frustrierend, wenn man stundenland an einem Anschreiben sitzt und sich allergrößte Mühe gibt und am Ende doch wieder eine Absage kommt. Da verstehe ich auch, wenn irgendwann mal die Lust nachlässt, denn das empfindet man dann im Nachhinein auch als verschwendet Zeit. Eine Absage kann man auch mit einem Otto-Normal-Verbraucher-Anschreiben haben.

    • Hallo Melanie,
      ich erlaube mir einmal einen Kommentar 😉
      Ein Anschreiben ist ein kleines Meisterstück. Die wenigsten Bewerber schaffen es auf Anhieb, alle wichtigen Komponenten in Worte zu fassen.
      Dranbleiben, feilen, lernen und nachlesen, bis du selber Meister für deine eigene Bewerbung bist. Das wird meistens auch mit Erfolg belohnt.

      Viele Grüße und viel Erfolg
      Cathrin

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